26.01.2022 17:56 |

Wolfsberger Lagerstadt

Was im Zweiten Weltkrieg im Lavanttal geschah...

Mehr als 8000 Soldaten waren während des Zweiten Weltkriegs im Lavanttal in einem Lager interniert. Ein künstlerisch gestalteter Infopoint soll künftig an diese Zeit erinnern.

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Anfang des Zweiten Weltkrieges errichtete die Deutsche Wehrmacht im Herbst des Jahres 1939 in der Wolfsberger Lagerstraße ein Kriegsgefangenenlager für belgische und polnische Offiziere. Später kamen auch Soldaten aus England, Australien, Neuseeland, Serbien, Italien, den USA und Russland dazu. „Insgesamt mehr als 8000 Menschen waren in dem von hohen Stacheldrahtzäunen gesicherten Lager untergebracht“, erzählt Christine Ragger, die Leiterin des Museums im Lavanthaus.

Gefangenenlager Wolfsberg
Die Anlage bestand aus Baracken für die Gefangenen, Verwaltungsgebäuden und zwölf Wachtürmen. 224 Mann bewachten die Gefangenen. Ragger: „Die meisten von ihnen waren in Arbeitskommandos eingesetzt worden.“ Sie arbeiteten in diversen Industriebetrieben wie etwa in der Papierfabrik Frantschach, im Bergbau in St. Stefan und Waldenstein. Die Kriegsgefangenen wurden aber auch beim Bau der Draukraftwerke in Schwabegg und Lavamünd eingesetzt.

„Ein würdiges Denkmal“
Nach der Kapitulation Deutschlands begann am 12. Mai 1945 der Abtransport der im STALAG XVIII internierten Soldaten, in der Nachkriegszeit nutzten die Alliierten das Gelände als Internierungslager für NSDAP-Funktionäre. „Die Jahre der Gefangenschaft haben das Leben vieler Familien geprägt. Wir wollen diesen Menschen ein würdiges Denkmal setzen“, sagt Bürgermeister Hannes Primus. Die Stadt werde deshalb auf dem einstigen Lagerareal einen Infopoint errichten, der Interessierten diese Zeit näherbringen soll.

Unterstützung aus England
Stadtvize Michaela Lientscher: „Auch die Liverpooler Community von Ian Brown, der Familien ehemaliger Kriegsgefangener weltweit unterstützt, hilft bei diesem Projekt mit.“ Das Denkmal soll die Möglichkeit zu Einkehr und Besinnung bieten. Künstlerisch gestaltet wurde die Gedenkstätte samt Schautafeln und Audioguides von Michael Sumper und Manfred Mörth. Lientscher: „Wir hoffen, dass die Arbeiten spätestens im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sind.“ Die Kosten für die Umsetzung werden mit 120.000 Euro beziffert.

Gerlinde Schager
Gerlinde Schager
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