Walchs Schwung-Ansatz

Citius, altius, fortius – das Ländle bei Olympia

Vorarlberg
25.01.2022 06:30

Schneller, Höher, Stärker. Das olympische Motto hat den Grundgedanken von Pierre de Coubertin schon längst abgelöst. Nur dabei zu sein, ist nicht mehr alles. Auch wenn wir heute unsere zwölf Vorarlberger AthletInnen nach deren Zielsetzung für Peking fragen, wird der einstimmige Tenor das Mitkämpfen um Medaillen sein. Und das völlig zu Recht. Noch nie stellte das Ländle zahlenmäßiges ein stärkeres Team als 2022. Die meisten haben sogar realistische Chancen auf Edelmetall.

Am fünften Februar startet das Daumendrücken, wenn Eva Pinkelnig für Vorarlberg den Anfang macht. Eine Top-3-Platzierung ist ihr in dieser Saison zwar noch verwehrt geblieben, den buchstäblichen Sprung aufs Podest traue ich ihr aber auf jeden Fall zu. Ähnliches gilt für Snowboarder Lukas Mathies. So wie ich ihn kenne, ist es ihm ganz recht, dass andere als Topfavoriten in den Flieger nach China steigen und er als Jäger attackieren kann.

Bei den Alpinen ist Katharina Liensberger eine solche Topfavoritin und Gold-Anwärterin. In den vergangenen Rennen lief es ganz und gar nicht nach Plan. Und trotzdem, oder genau deshalb, ist sie für mich noch stärker einzuschätzen. Die gesunkene Erwartungshaltung könnte ihr die nötige Lockerheit geben, um nach WM-Gold im Vorjahr heuer olympisches Gold um den Hals gehängt zu bekommen. Auch unsere beiden Speed-Damen Ariane Rädler und Christine Scheyer sind heiß auf Top-Platzierungen. Beide befinden sich in bemerkenswerter Form, sind im Weltcup konstant vorne mit dabei und haben in Super-G und Abfahrt vielleicht sogar zwei Mal die Chance, um Medaillen zu kämpfen.

Mehrere Chancen auf Edelmetall für Vorarlberg gibt es auch im olympischen Eiskanal. Gleich drei Athleten kämpfen dort mit ihren Tiroler Partnern um Medaillen: die Rennrodler Thomas Steu und Yannik Müller und der Bobfahrer Kristian Huber. Alle drei standen heuer im Weltcup schon am Podest. Eine Medaille wäre keine Überraschung für mich.

Überraschend wäre in Anbetracht der starken Konkurrenz aus Japan und Russland sicher eine Medaille unserer Eiskunstläuferin Olga Mikutina. Aber wer weiß, Olympia schreibt bekanntlich seine eigenen Geschichten. Wir dürfen gespannt sein.

Ganz eigene Geschichten schreibt in diesem Winter der alpine Slalomsport. Und da schreibt auch ein gewisser Johannes Strolz mit. Von einer Olympiateilnahme konnte er noch bis vor einem halben Jahr nicht einmal träumen. Jetzt reist er mit einem Weltcupsieg in der Tasche als Medaillenanwärter nach Peking. Auf sein Rennen freue ich mich ganz besonders. Die Liste der Medaillenkandidaten ist endlos. Der olympische Slalom wird ein Spektakel. Garantiert.

Und spektakulär wird sicher auch der Snowboardcross mit Julian Lüftner und Alessandro Hämmerle. Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Wetten, dass Izzi nach zwei enttäuschenden Spielen heuer endlich zuschlagen wird?

Zwölf Vorarlberger Starter. Das freut mich riesig. Und ich freue mich auch schon riesig aufs Mitfiebern. Von Prognosen war ich noch nie ein großer Fan. Deshalb wünsche ich allen einfach: Bene eveniat. Viel Glück.

Porträt von Magnus Walch
Magnus Walch
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