Verbrechen nach Krieg

Verdrängte Gräuel an sudetendeutschen Landsleuten

Es ist ein Lexikon des Grauens, das der tschechische Historiker Jiri Padevet gemeinsam mit 40 Mitarbeitern aus tschechischen Archiven zusammengetragen und auf 736 Seiten niedergeschrieben hat. Akribisch faktenbasiert und kommentarlos werden im Buch „Blutiger Sommer 1945“ Morde, Folterungen und Vergewaltigungen an der deutschsprachigen Bevölkerung Tschechiens von Mai bis August 1945 aufgelistet.
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Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg zu Ende. Mehr als 3 Millionen Sudetendeutsche lebten damals auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik. Der Großteil musste in den Folgemonaten und -jahren ohne Besitz die Heimat verlassen. Allein zwischen Mai und August 1945 wurden 800.000 Deutschsprachige aus der Tschechoslowakei vertrieben. Etwa 29.100 fanden in Oberösterreich eine neue Heimat.

Tausende Tote
Doch Tausende verloren bei den „wilden Vertreibungen“ auch ihr Leben - wurden erschossen, erstochen, verbrannt und erschlagen. Autor Jiri Padevet (Jg. 1966) dokumentiert 570 Verbrechensschauplätze. Er nennt Namen von Opfern und Tätern und bringt damit ein verdrängtes Kapitel der Geschichte ans Tageslicht.

Padevet Jiri, „Blutiger Sommer 1945 - Nachkriegsgewalt in den böhmischen Ländern“, Verlag Tschirner & Kosova, 736 Seiten

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