14.01.2022 12:33 |

Defizite festgestellt

Rechnungshof-Kritik: Zu viele „Gelbe Post-Zettel“

„Bei der Post AG ist die Zahl der ausgegebenen Zustellbenachrichtigungen („Gelber Zettel“) in den Jahren 2016 bis 2019 um 67 Prozent gestiegen und lag damit um zehn Prozentpunkte über dem Anstieg des Paketvolumens“, schreibt der Rechnungshof in dem am Freitag vorgestellten Bericht zur Qualität der Zustellung der teilstaatlichen börsennotierten Österreichischen Post.

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Der „Gelbe Zettel“ der Post war von 2016 bis 2019 ein zunehmend wiederkehrender Gast - ungebetenerweise. In Befragungen hätten 17 Prozent angegeben, eine solche Benachrichtigung erhalten zu haben, obwohl zum Zeitpunkt der Zustellung jemand im Haushalt anwesend gewesen sei. Der Rechnungshof stellt in diesem Zusammenhang „Defizite bei der langfristigen Sicherstellung und zukunftsweisenden Ausrichtung der Grundversorgung mit Postdienstleistungen“ fest. Man empfiehlt der Post „der ungerechtfertigten Ausgabe der ,Gelben Zettel‘ mehr Aufmerksamkeit zu widmen“.

28 Prozent mehr Beschwerden über Zustellung
Die Beschwerden stiegen übrigens auch bei der Paketzustellung - bei zunehmendem Paketvolumen: von 2016 bis 2019 um 28 Prozent. Im Jahr 2019 gab es rund 100.000 Beschwerden zu Briefen und mehr als 110.000 zu Paketen.

Positiv beurteilt wird die Zustellgeschwindigkeit
„Gemäß einer europäischen Norm sollten 95 Prozent der Priority-Briefe im Inland innerhalb eines Werktags zugestellt sein, 90 Prozent der Pakete innerhalb von zwei Werktagen. Die Post AG erreichte diese Laufzeiten in den Jahren 2016 bis 2019 überwiegend oder übertraf sie sogar“, so die Prüfer.

„Empfangsboxen reduzieren Benachrichtigungen“
„Wie im Prüfbericht festgehalten, liegt die Erstzustellquote im Prüfungszeitraum bei über 90 Prozent. Services wie die Post Empfangsbox, die Abstellgenehmigung oder die Paketumleitung erhöhen diese Quote und reduzieren gleichzeitig die Benachrichtigungen. Die Zählweise der Erstzustellquote wurde von 2017 auf 2018 verändert. Durch diese Umstellung entsteht der Eindruck, die Anzahl der Benachrichtigungen sei überproportional zum Wachstum des Paketvolumens gestiegen. Gleichzeitig erhöhten sich im Untersuchungszeitraum die Paketmengen um 50 Prozent“, so die Post AG in einem Statement zu dem Bericht.

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Wir nehmen jeden einzelnen Fall ernst und gehen solchen Beschwerden unverzüglich nach.

Post AG

„Wir nehmen jeden einzelnen Fall ernst und gehen solchen Beschwerden unverzüglich nach“, so das Unternehmen. Das vom Rechnungshof empfohlene Monitoring sei bereits im Zuge der Nachforschungen durch das Post-Kundenservice umgesetzt. Insbesondere bei Paketen seien Möglichkeiten geschaffen worden, die Sendungsverläufe detaillierter zu recherchieren.

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