11.01.2022 11:00 |

Geburtenschwache Jahre

In Salzburg fehlen die Zivildiener

Dienst an der Waffe oder Dienst am Menschen? Der Zivildienst ist für viele junge Burschen eine attraktive Alternative zum Bundesheer. Geburtenschwache Jahrgänge stellen Rettungsorganisationen und Gemeinnützige aber vor Probleme. Beim Roten Kreuz fehlen etwa zehn Prozent der „Zivis“, andere kämpfen, sind aber erfolgreich.
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24 „Zivi“-Plätze sind für den 1. Februar in Salzburg noch zu vergeben. 18 davon beim Roten Kreuz. Bis Jahresende sind es sogar 275 Stellen, die bei der Rettungsorganisation noch frei sind. Nicht etwa, weil der Zivildienst unbeliebt wäre, viel mehr, weil die Auswahl im Bundesland groß ist. Und: weil die 18-jährigen Männer weniger werden.

Waren im Jahr 2010 zu Jahresbeginn noch 3539 Salzburger 18 Jahre alt, so waren es letztes Jahr laut Statistik Austria nur mehr 3033 – somit auch rund 500 potenzielle „Zivis“ oder Rekruten weniger.

„Wir wissen um die Problematik und die fehlenden Zivildiener, sprechen daher verstärkt junge Menschen an“, sagt Rot-Kreuz-Sprecherin Roberta Thanner. Auch um Menschen, die sich für ein freiwilliges Jahr interessieren, werde mittlerweile geworben. Die gut 400 Zivildiener bilden beim Rot-Kreuz das Rückgrat des Transports. Alle erhalten sie die Rettungssanitäter-Ausbildung. Viele bleiben danach dabei, auch die fehlen derzeit.

Bei der Lebenshilfe und im Uniklinikum Salzburg ist man optimistischer. Im Uniklinikum werden pro Jahr 35 Zivildiener beschäftigt, für Patiententransporte oder Hilfsdienste. Bei der Lebenshilfe sind es 45 bis 50 „Zivis“. Die Stellen seien jedes mal besetzt, auch wenn es manchmal erst kurzfristig klappt.

362,60 Euro für Zivildienst pro Monat - mindestens
„Wir versuchen für unsere Niederlassungen vor Ort oder auf Social Media nach Zivildienern zu suchen, sollten wir keine finden“, so Andrea Anditsch von der Lebenshilfe. Das klappe in der Regel. Derzeit habe der Verein schon drei Anfragen für den August.

362,60 Euro bekommt jeder „Zivi“ für jedes der neun Monate. Exklusive Zuschlägen. Erst 2028 sei die Talsohle der schwachen Geburtenjahrgänge erreicht.

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