06.01.2022 12:16 |

Predigt zu Dreikönig

Papst: „Wir sind das, wonach wir uns sehnen“

Mit einer Messe zum Dreikönigstag - liturgisch als Tag der Erscheinung des Herrn bekannt - hat Papst Franziskus am Donnerstag im Petersdom in Rom die Weihnachtsfeierlichkeiten in der römisch-katholischen Kirche abgeschlossen. Er richtete dabei auch Weihnachtsgrüße an die Ostkirchen, die nach dem alten Julianischen Kalender das Fest der Geburt Christi am 7. Jänner feiern.

Franziskus erinnerte an die im Evangelium beschriebenen drei Weisen aus dem Morgenland, mit denen die christliche Glaubensverkündigung begonnen habe. Die Weisen ließen sich vom Stern führen und blickten in den Himmel. In seiner Predigt rief der Papst die Gläubigen auf, sich von der Unruhe der Sterndeuter aus dem Osten anstecken zu lassen. Männer der Sehnsucht seien die Sterndeuter gewesen. „Wir sind das, wonach wir uns sehnen.“ Ohne Sehnsucht fehle es der Reise des Lebens an innerem Schwung.

Papst kritisiert „Müdigkeit des Geistes“
Die Krise des Glaubens bei den Menschen wie in den Gesellschaften habe etwas mit dem „Schwund der Sehnsucht nach Gott“ zu tun, mit „Müdigkeit des Geistes“. „Wir haben uns zu sehr über die Karten der Erde gebeugt und vergessen, unseren Blick zum Himmel zu erheben; wir sind von vielen Dingen gesättigt, aber wir entbehren der Sehnsucht nach dem, was uns fehlt. Wir sind auf unsere Bedürfnisse fixiert, auf das, was wir essen und was wir anziehen sollen und lassen das Verlangen nach dem, was darüber hinausgeht, verdunsten“, so der Papst.

Italien feiert Fest der Hexe Befana
In Italien wird am 6. Jänner weniger das Dreikönigsfest als vielmehr jenes der Hexe Befana gefeiert. Das Wort ist eine Verballhornung des griechischen Wortes „Epiphanie“ (Erscheinung). Bei dem heidnischen Fest geht es um eine knollennasige Hexe, die der Legende nach dem Stern von Bethlehem nicht rechtzeitig gefolgt ist und so den Stall von Bethlehem verfehlte. Noch immer auf der Suche nach dem göttlichen Kind bringt sie deshalb ihre Geschenke in jedes Haus. Die Befana kommt - dem Nikolaus ähnlich - in der Nacht auf den 6. Jänner und hinterlässt den Kindern Geschenke und Süßes.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).