06.01.2022 14:00

„Levantine Taste“

Er schaffte es vom Flüchtling zum Restaurantchef

Er flüchtete vor dem Krieg in Syrien, kam über Umwege nach Salzburg. Saadoullah Saad stand vor dem Nichts – doch der 42-Jährige gab nicht auf. Binnen eines Jahres hatte er einen positiven Asylbescheid in der Tasche und hat mittlerweile sein eigenes kleines Restaurant. Eine Rückkehr nach Syrien? Völlig Ausgeschlossen.

14 Quadratmeter. Größer ist das Lokal „Levantine Taste“ in der Alpenstraße nicht. Und dennoch fühlt sich Saadoullah Saad hier pudelwohl. „Ich möchte mit meinem Essen die Menschen glücklich machen“, sagt der gebürtige Syrer und studierte Tourismusmanager. Seit wenigen Wochen gibt es bei ihm orientalische Spezialitäten zum Abholen oder per Lieferung. Tische und Sitzgelegenheiten gibt es im „Levantine Taste“ nicht – dafür ist das schmucke Lokal schlicht zu klein.

Saad flüchtete 2015 aus Syrien. Seine Heimatstadt ist Latikia, Schauplatz des Bürgerkriegs. Über Griechenland und die Türkei verschlug es ihn nach Österreich. „Alle Menschen sind immer so nett zu mir gewesen“, sagt Saad. Binnen eines Jahres bekam er einen positiven Asylbescheid, arbeitete erst im Hotel Imlauer und dann im Sacher. Sein erstes eigenes Restaurant „Dubai Nights“ in Hallein musste er im Zuge der Coronakrise schließen. Nun will er gemeinsam mit Geschäftspartner Oliver Mitterlechner im „Levantine Taste“ neu durchstarten. „Ich werde hart arbeiten, etwas anderes kenne ich nicht“, lacht der 42-Jährige. Laufen die Geschäfte gut, will das Duo noch heuer eine zweite Filiale eröffnen.

Saads Wunsch für das kommende Jahr? „Ich möchte die Staatsbürgerschaft beantragen und Österreicher werden.“