05.01.2022 16:12 |

Vom Pech verfolgt

Corona-Cluster an Bord der „Gorch Fock“

Die Mannschaft des deutschen Segelschulschiffs „Gorch Fock“ sollte sich eigentlich auf ihre erste Ausbildungsfahrt seit Sanierung des Gefährts vorbereiten - doch ein Corona-Cluster an Bord verzögert das Vorhaben auf dem vom Pech verfolgten Schiffs. Mitglieder der Stammbesatzung brachten den Erreger vom Heimaturlaub in den Feiertagen an Bord mit. Alle Infizierten hätten bereits einen Booster gespritzt bekommen, teilte die Marine einer deutschen Zeitung mit.  

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Fast sechs Jahre dauerte die Instantsetzungsarbeiten des Segelschulschiffs, statt geplanter zehn Millionen uferten die Kosten auf mehr als 135 Millionen Euro aus. Nun folgte neuerlich ein Rückschlag für den fast 90 Meter langen Dreimaster, der bald mit 138 Kadetten in See stechen sollte. Die ersten Offiziersanwärter hätten am Mittwoch in Teneriffa ankommen sollen - die Einschiffung ist laut „Bild“ wegen des Corona-Ausbruchs nun verschoben worden.

Infektionen werden auf Omikron getestet
Die Infizierten würden entweder unter keinen oder milden Symptomen leiden. Ob es sich bei den Infektionen um die Omikron-Variante handelt, sei noch nicht klar. „Wir warten noch auf die Ergebnisse weiterer Tests“, zitierte die Zeitung „Kieler Nachrichten“ einen Marinesprecher. Erst wenn alle Soldaten an Bord negativ getestet sind, solle die Einschiffung der Offiziersanwärter beginnen. Der Zeitplan für die Ausbildung soll nach Angaben der Marine trotz der Verzögerung eingehalten werden, das Ausbildungsziel sei nicht gefährdet.

Knapp 20 Frauen und Männer wurden dem Sprecher zufolge als Kontaktpersonen identifiziert. Sie seien alle negativ getestet worden und in einem Hotel in Quarantäne. Über die Feiertage seien einige Mitglieder der Stammbesatzung in der Heimat gewesen, andere hätten Besuch von ihrer Familie gehabt. Die Kanarischen Inseln verzeichnen trotz hoher Impfquoten seit Wochen zunehmende Corona-Infektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 1168.

Ein Schiff mit vielen negativen Schlagzeilen
Die Generalüberholung der „Gorch Fock“ stellte sich am Ende als kostspieliger heraus, als ein Neubau gewesen wäre. Erst im November 2021 konnte das Schulschiff schließlich vom Heimathafen Kiel ablegen und lag über die Feiertage auf Teneriffa. Nicht nur wegen der aus dem Ruder gelaufenen Sanierung machte der Dreimaster traurige Schlagzeilen: 2008 stürzte die Sanitätsoffizier-Anwärterin Jenny Böken unter rätselhaften Umständen in die Fluten und kam ums Leben. Die Eltern bemühen sich bis heute, den Fall aufzuklären.

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