Di, 14. August 2018

"Nur" 3 Mio. ohne Job

28.04.2011 15:45

D: Arbeitslosigkeit auf tiefstem Stand seit fast 20 Jahren

Mit der Frühjahrsbelebung und dem Schwung der guten Konjunktur fällt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf jahrzehntealte Tiefststände. Der Aufschwung setzte sich im April mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 132.000 auf 3,078 Millionen fort, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mitteilte. Das ist die geringste Arbeitslosenzahl in einem April seit 1992.

"Es ist zu erwarten, dass es im Mai unter die drei Millionen geht", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Der Arbeitsmarkt profitiere vom stabilen Aufschwung der Wirtschaft. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl unterschritt mit 2,970 Millionen erstmals seit Juni 1992 die Drei-Millionen-Marke.

Weise wie auch Banken-Volkswirte zeigten sich überzeugt, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit fortsetzen wird. "Man kann sagen, dass die Auswirkungen der Krise weitgehend überwunden sind", sagte Weise. "Es bleiben aber ernstzunehmende Risiken." In den USA hätten das Defizit im Staatshaushalt und die Unterbeschäftigung ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht. Auch Volkswirte verwiesen auf die Risiken für die Konjunktur durch den Ölpreis und den starken Euro, der die Exporte belasten könne. Andreas Scheuerle von der DekaBank sprach dagegen von "ganz hervorragenden Zahlen" vom Arbeitsmarkt: "Sie tun dem Haushalt und den Konsumenten gut."

1.000 Deutsche in Folge der Japan-Krise in Kurzarbeit
Die Krise nach Erdbeben, Tsunami und Atom-Katastrophe in Japan schlägt sich bisher auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum nieder. "Aktuell befinden sich etwa 1.000 Menschen in Kurzarbeit wegen der Japan-Krise", sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker.

Insgesamt waren 321.000 Arbeitslose weniger registriert als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,3 Prozent. Von der Belebung profitieren aber nicht alle gleichermaßen: Der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist leicht gestiegen, weil ihre Zahl langsamer sinkt als die Arbeitslosigkeit insgesamt. Auch Ältere ab 60 Jahren profitieren in geringerem Umfang.

Gewerkschaften: "Arbeitsmarkt ist stark gespalten"
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sprach von einem "stark gespaltenen Arbeitsmarkt". Immer mehr Menschen fielen in die Niedriglohnfalle, sagte Vorstandsmitglied Claus Matecki. Auch die Linken-Arbeitsmarktpolitikerin Sabine Zimmermann erklärte, der "viel gelobte Aufschwung am Arbeitsmarkt ist vor allem ein Aufschwung von Minijobs, Leiharbeit und anderen Formen prekärer Beschäftigung". Die Grünen-Politikerin Brigitte Pothmer forderte, die Qualifizierung von Arbeitslosen zu verbessern: "Die Entwicklung hin zu einem Fachkräftemangel bei gleichzeitig hoher Arbeitslosigkeit muss gestoppt werden."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.