27.12.2021 18:16 |

4. Stich, Nebenwirkung

Ein Jahr Corona-Impfung: Was man wissen muss

Vor einem Jahr begann der Ansturm auf die Impfung, das Rangeln um die raren Dosen. Heute wird täglich nur ein Zehntel der Stiche verabreicht wie in der Hochzeit. Ein Grund ist Verunsicherung - die „Krone“ klärt auf.

Sie sollte der Heilsbringer sein. Der „Gamechanger“ (Zitat: Altbundeskanzler Sebastian Kurz). Vor einem Jahr, am 27. Dezember 2020, wurde die erste Corona-Impfung in Österreich verabreicht. Die Hoffnung war groß, die verfügbare Menge klein. „Impfdrängler“ wurden verteufelt, mit nervösem Zeigefinger saßen Tausende vor den Online-Anmeldeportalen der Bundesländer, um endlich den rettenden Stich zu bekommen. Dann kamen die Zweifler.

Die Skeptiker. Nebenwirkungen bei AstraZeneca. Erfahrungen über die Wirkdauer. Neue Mutationen, die anders auf die Impfung reagieren. Ein Jahr nach dem ersten Stich steht die Impfquote bei 70,3 Prozent. Aus 144.000 Stichen an einem Tag zum Höchststand Anfang Juni wurden 14.750 am vergangenen Sonntag.

Noch immer hängt es an der Impfung, wann wir den Weg aus der Pandemie meistern, so Experten. Um Menschen dazu zu bewegen, braucht es Aufklärung:

  • Wie häufig sind Nebenwirkungen und Todesfälle?
    Bei über 16 Millionen verabreichten Impfdosen gab es bis jetzt 41.421 gemeldete Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit. 218 Todesfälle wurden in zeitlicher Nähe registriert, zwei davon der Impfung zugeordnet (siehe Grafik).
  • Warum wurde der Abstand zwischen den Impfungen verändert?
    Das Auftauchen neuer Varianten hat Einfluss auf die Wirksamkeit. Die ersten Impfempfehlungen stammten noch von der „Urform“, die Anpassung erfolgte als Reaktion auf die Delta-Variante. Erste Studien zu Omikron zeigen, dass die Wirksamkeit mit der Zeit deutlich nachlässt, aber auch, dass eine Auffrischung guten Schutz bietet.
  • Wird es eine vierte Impfung geben und wenn ja, wann?
    Eine solche gibt es, das Nationale Impfgremium (NIG) empfiehlt sie in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei schweren Vorerkrankungen. Eine allgemeine Empfehlung von NIG oder EMA gibt es noch nicht. Israel startete als erstes Land eine großflächige Durchimpfung inklusive Studie.
  • Gilt für die Covid-Impfstoffe eine „Notfallzulassung“?
    Nein. Bei den Zulassungen handelt es sich um ein Verfahren, das schneller abgehandelt wurde („Rolling Review“), da bereits während der Studien Ergebnisse an die EMA übermittelt wurden und diese daher rascher (be)urteilen konnte. Die Impfstoffe haben aber ein vollständiges EMA-Zulassungsverfahren durchlaufen.
 Kronen Zeitung
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