Schummeln flog auf

Minikamera bei Führerschein: Prüfling drehte durch

Weil er beim Schummeln mit einer als Hemdknopf getarnten Minikamera aufflog, drehte ein gebürtiger Tschetschene (21) in einer Linzer Fahrschule so auf, dass er wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt wurde. Das Hightech-Schwindeln beim Führerscheintest steht, wie bereits berichtet, hoch im Kurs.

Der Vorfall geschah bereits am 3. Dezember, sickerte nun aber durch: Ein 21-Jähriger mit tschetschenischen Wurzeln verhielt sich bei der theoretischen Führerscheinprüfung am Computer in einer Fahrschule in der Neuen Heimat in Linz auffällig. Er saß ganz ruhig da, brauchte aber für einfachste Fragen – wie zum Beispiel, wer Vorrang hat – extrem lange. So lange, bis dem Aufsichtsorgan der Geduldsfaden riss.

Bei der Kontrolle des Prüflings stellte sich heraus, dass dieser im oberen Brustbereich eine als Hemdknopf getarnte Minikamera befestigt hatte. Dabei kam es zu einer Rangelei, die Kamera flog zu Boden, und der ertappte Schwindler stieg mit dem Schuh darauf. Erst als sich ein Fahrlehrer einmischte, konnte der aggressive 21-Jährige beruhigt werden. Er wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt.

Kein Einzelfall
Die freche Schwindelei ist keine Seltenheit. Im September wurden in nur zwei Wochen bei Theorieprüfungen in Linz insgesamt sechs solcher Betrüger erwischt. Die Schummler hatten immer eine Minikamera, die meist in einem Hemdknopf, in Schals, auf Pullovern oder sogar in einer schwarzen FFP2-Maske versteckt war. Wie funktioniert der Trick? Während die Minikamera den Computerbildschirm mit den Multiple-Choice-Fragen filmt, bekommt der Prüfling über einen Knopf im Ohr die Antworten eingeflüstert.

Schlechte Deutschkenntnisse
Und warum wird überhaupt dieser Aufwand betrieben? „Meistens sind die Deutschkenntnisse der Prüflinge nicht so fundiert, dass sie die Fragestellungen verstehen können“, sagt Thomas Rizy von der Sicherheits- und Verwaltungspolizeilichen Abteilung der Landespolizeidirektion. Wer schummelt, muss sich kaum fürchten, erwischt zu werden: Es gibt keine strafrechtlichen Konsequenzen, maximal kann eine neunmonatige Antrittssperre verhängt werden.

Das Einsagen bei der Prüfung ist lukrativ: Die Schlauköpfe im Hintergrund verlangen pro Test 2000 bis 3000 Euro.

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