Welpen aus Qualzucht

Geklickt, geliefert, gestorben

Tierschützer schlagen Alarm: Im Lockdown und in der Weihnachtszeit boomt wieder das traurige Geschäft mit kranken Hundewelpen. Wir möchten Aufklärungsarbeit leisten und appellieren, dass Tiere bitte keinesfalls gedankenlos als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum landen sollen. 

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Es war ein harter Start in ein viel zu kurzes Leben: „Benny“ und „Lola“ wurden in einen Kofferraum gepfercht und wie heiße Schmuggelware an den Mann gebracht. Ein schneller Tausch und schon war der schmutzige Deal unter Dach und Fach. Beide Hunde wurden unbedacht über das Internet gekauft, beide Hunde überlebten dieses Schicksal nicht. Und die Käufer? Auch sie werden zu einem Teil dieses mafiös-strukturierten Geschäfts.

Grausame Methoden
Sie verschließen bei diesem grausamen „Schnäppchen“ - wie so oft auch bei Billigfleisch - ihre Augen vor dem unfassbaren Tierleid, dass diesem „Deal“ vorangeht. Kein Import von Welpen unter 16 Wochen Die Hunde werden unter erbärmlichen Umständen vermehrt und oft viel zu früh von ihren Müttern entfernt, die als bloße Gebärmaschinen missbraucht werden. Dass dadurch schwer traumatisierte und kranke Hunde gezüchtet werden, die schon bald nach der Übergabe sterben, ist den eiskalten Hintermännern egal - es zählt nur der Profit. Und jede in Mode gekommene Rasse machen sie mit ihren Methoden „lieferbar“.

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Gerade in der Weihnachtszeit boomt der illegale Welpenhandel aus Qualzuchten. Genauso wie man den skrupellosen Drahtziehern das Handwerk legen muss, darf man auch die Käufer nicht aus der Verantwortung lassen

Maggie Entenfellner, "Krone" Tierecke

Die „Kronen Zeitung“ unterstützt sie auch die Bestrebungen von Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy: „Die Unverfrorenheit, mit der das Geschäft mit der lebenden “Ware" - zum Teil ganz offiziell - abläuft, ist kaum auszuhalten. Dabei gibt es einen Hebel für massive Verbesserungen: Wie in vielen EU-Ländern soll auch Österreich ein Importverbot von Welpen unter 16 Wochen umsetzen. Das Gesundheitsministerium verspricht diese Maßnahme schon seit Jahren - wann kommt die Regelung endlich?

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Illegale Hundehändler sind Gewinner der Pandemie. Das Problem: Viele der Tiere sind schwer krank, kommen aus tierquälerischen "Hinterhofzuchten", und oft sterben die Hunde kurz nach ihrer Ankunft.

Eva Persy, Wiener Tierschutzombudsfrau

Die Politik tritt auf der Stelle
Aus dem Ministerium ist zu hören, dass man versucht Lösungen für die Eindämmung des Welpenhandels zu finden. So soll im Rahmen der Novellierung der Binnenmarktverordnung eine 15-Wochen Regel angewandt werden, finale Bestätigungen stehen allerdings weiterhin noch aus - “Wir bleiben dran„, so Maggie Entenfellner. Umso wichtiger ist es den allgemeinen Druck im Kampf gegen die Qualzuchten zu erhöhen.

Jeder kann sich engagieren
Im Online-Event „Geklickt, geliefert, gestorben: Das organisierte Geschäft mit kranken Hundewelpen“ können Sie gemeinsam mit der Tieranwaltschaft Wien den Fragen auf den Grund gehen, wie solche Tierhändler gestoppt werden und was Sie dazu beitragen können. Das Zoom-Event findet am 14.12. von 10 bis 11.30 statt, Anmeldung unter www.tieranwalt.at

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