07.12.2021 06:00 |

Vereine stinksauer:

„Dieser Sport-Lockdown schadet der Gesundheit!“

Seit zwei Wochen steht der Vereinsbetrieb für Hunderttausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene still. Mit einem offenen Brief an den Gesundheitsminister plädiert der organisierte Sport für die Öffnung am 13. Dezember: Der Beitrag der Vereine, die Menschen gesund zu halten, sei deutlich größer als der Schaden, der durch den Lockdown abgehalten wird.

Die Sportvereine warnen vor den negativen Auswirkungen des Sport-Stopps im Lockdown. Wie die Statistik Austria erhob, sind Österreichs Sportklubs im ersten Jahr der Pandemie bereits eine halbe Million Menschen „davongelaufen“. Waren 2017 noch 24,3 Prozent der Österreicher in einem Sportverein aktiv, sank diese Zahl bis Ende 2020 auf 17,7 Prozent. In Wien ist nur noch jeder Neunte Vereinsmitglied. Damit ist die Bundeshauptstadt trauriges Schlusslicht.

Nichts übrig vom versprochenen Comeback
Vom „Comeback des Vereinssports“, das Sportminister Werner Kogler (Grüne) vor wenigen Monaten ausgerufen hat, ist nichts übrig geblieben. Im Gegenteil: Auch in Lockdown Nummer vier steht der Vereinssport für Hunderttausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene still, nur Spitzensport ist erlaubt.

Bewegung ist in finsterer Jahreszeit Glücksfaktor
Sehr zum Ärger der rund 15.000 Sportvereine in Österreich, rund 750 davon in Wien. Sie fordern einen raschen Neustart: „Unsere Übungsleiter stehen bereit, auch vor Weihnachten das Programm wieder hochzufahren“, auch den so wichtigen Gesundheitssport, sagt Sonja Landsteiner vom ASKÖ WAT Wien. „Gerade in der finsteren Jahreszeit ist gemeinsamer Sport Motor für Ausgeglichenheit und Glücksgefühle.“

Ruf nach „Nachwuchssportgarantie“
So sieht es auch Peter McDonald, Präsident der Sportunion. Er fordert eine „Nachwuchssportgarantie“: „In der Schweiz und in Holland wurde Jugend-Sport im Lockdown ermöglicht. Das muss bei uns doch auch gehen!“

Nur 0,2 Prozent der Infektionen dem Sport zuzuordnen
Sport-Austria-Boss Hans Niessl setzt sich vehement dafür ein, dass der Betrieb am Montag starten kann: „Wenn Sport in der Schule stattfinden darf, warum dann nicht in den Vereinen? Natürlich unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen“, verweist er darauf, dass nur 0,2 der Neuinfektionen dem Sport zuzurechnen sind. „Der Beitrag der Vereine, die Menschen gesund zu halten, ist deutlich größer als der Schaden, der durch den Lockdown abgehalten wird“, ist Niessl, der Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) einen offenen Brief schrieb, sicher. „Das Trainings-Aus schadet der Gesundheit.“

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