25.11.2021 18:47 |

16 Tage gegen Gewalt

Rote Bank und Kerzen als Mahnmal für Femizide

28 dezidierte Frauenmorde hat es heuer in Österreich schon gegeben. Gewalt gegen Frauen beginnt aber bereits lange davor: Beleidigungen, Drohungen, Demütigungen, soziale Isolation und schließlich körperliche und sexuelle Übergriffe. Die Aktion „16 Tage gegen Gewalt“ soll aufmerksam machen und auffordern, hinzuschauen.

In Neusiedl am See trafen sich Vertreter der Frauen- und Familienberatungsstelle „Der Lichtblick“ und die Bürgermeisterin Lisa Böhm vor dem Rathaus, um mit 28 Kerzen der 2021 in Österreich getöteten Frauen zu gedenken und die Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ zu hissen. „Wir müssen endlich anfangen hinzuschauen“, so Karin Behringer-Pfann vom Lichtblick. „Denn Gewalt an Frauen und in der Familie kann auch unsere Mütter, Töchter und Freundinnen betreffen.“

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Vor allem im ländlichen Bereich ist die Dunkelziffer der Opfer von häuslicher Gewalt leider sehr hoch.

Karin Behringer-Pfann vom Verein "Der Lichtblick"

Denn oftmals sind die eigenen vier Wände der gefährlichste Ort für Frauen. Hier gilt: Hinschauen, nicht wegschauen. Gerade in der Krise wird dieser Appell noch lauter. Denn die Frauenhelpline verzeichnete seit Corona einen Anstieg von 40 Prozent.

Mehr Budget und Personal gefordert
Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei Frauenberatungsstellen ab: Arbeiterkammer und Gewerkschaftsfrauen fordern daher mehr Budget vom Bund. „Während für Landesverteidigung 2,7 Milliarden Euro budgetiert werden, gibt es im Bundesbudget für Gewaltschutz lediglich 18,2 Millionen Euro. Das ist beschämend für ein Land wie Österreich“, kritisiert AK-Expertin Gabi Tremmel-Yakali.

Rote Bank symbolisiert Blut der Opfer
Vom Land und dem Frauenhaus wurde unterdessen erstmals in Österreich eine rote Bank aufgestellt: Sie soll ein Mahnmal dafür sein, wie viele Frauen aufgrund von häuslicher Gewalt ihr Leben verlieren.

„In Zeiten der Pandemie steht diese Initiative noch stärker im Mittelpunkt. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, verstärkt auf das Thema Gewaltschutz aufmerksam zu machen“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf.

Charlotte Barbara Titz
Charlotte Barbara Titz
Bianca Nastl
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