Um die Menschenrechte dürfte es in Katar noch schlimmer stehen, als befürchtet. Jetzt darf man nicht einmal mehr über die Situation der Arbeiter berichten. So geschah es einem norwegischen TV-Team (öffentlich-rechtlicher Sender Norwegens), dessen Mitarbeiter im Golfstaat kurzerhand verhaftet wurden.
Es handelt sich um zwei Kollegen, Halvor Ekeland und Lokman Ghorbani, die in den Wüstenstaat gereist waren, um über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Gastarbeiter zu drehen. Darüber berichtete das Schweizer Portal „watson.ch“. Am 14. November landeten sie in Doha, eine Woche später wurden sie festgenommen. Zwei Tage später durften sie das Gefängnis und Katar wieder verlassen, jedoch ohne ihr konfisziertes Filmmaterial.
Diese sollen Gespräche mit Arbeitern gezeigt haben. Manche waren mit den Arbeitsbedingungen zufrieden, manche nicht, doch den meisten, die ohne Namen über ihrer Situation mit den Norwegern sprachen, soll „die Angst tief in den Augen“ gesessen haben.
Früherer Pressechef im Gefängnis
Damit erging es den beiden Norwegern noch besser, als dem früheren Pressechef der Katar-WM, Abdullah Ibhais, der wurde mit der Begründung „Korruption“ auf fünf Jahre Gefängnis verurteilt, weil er intern die Lage der Arbeiter diskutieren wollte. Ausgerechnet Katar spricht von „Korruption“, der ohne selbige die WM 2022 überhaupt nicht austragen dürfte.
Seit Beginn des Jahres 2010 sind 6500 Arbeiter laut „Guardian“ in Katar ums Leben gekommen, ein signifikanter Teil bei Bau der WM-Infrastruktur.
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