24.11.2021 08:00 |

„War noch ein Kind“

Emily Ratajkowski stellt Modewelt an den Pranger

Emily Ratajkowski hat schon sehr früh ihre Karriere als Model gestartet. In ihrer Biografie „My Body“ stellt die Model-Beauty nun aber die Modewelt an den Pranger. Schon als Teenager sei sie sexualisiert und auf ihr Aussehen reduziert worden, so die heute 30-Jährige. Lange Zeit habe sie sich deshalb wie eine „Nutte“ gefühlt, gestand sie nun.

Schon in jungen Jahren sei sie sexualisiert worden, prangert Emily Ratajkowski in ihrer Biografie an. Bei einem Casting habe ein Modelagent einst zu ihr gesagt: „Genau das ist der Look! Man sieht schon, dass dieses Mädchen mal gefickt wird.“ Damals sei sie erst 13 Jahre alt gewesen: „Ich war noch ein Kind ... Aber irgendwie habe ich damals schon diese männliche Begierde gespürt, auch wenn ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll.“

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Ich war noch ein Kind ... Aber irgendwie habe ich damals schon diese männliche Begierde gespürt, auch wenn ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll.

Emily Ratajkowski

„Glaubte wirklich, dass ich eine Nutte wäre“
Über viele Jahre habe sie zudem das Gefühl gehabt, sich selbst zu prostituieren, indem sie ihren Körper clever einsetzte, um Karriere zu machen, erklärte Ratajkowski zudem im Podcast-Interview Podcast „Changes with Annie Macmanus“. „Lange Zeit glaubte ich wirklich, dass ich eine Nutte wäre, und sehr versiert in der Art und Weise bin, wie ich meinen Körper und mein Image clever kommodifiziere und erfolgreich eine Karriere aufbaue. Und ich nannte es sogar Ermächtigung, was eine Debatte ist, weil es immer noch unbestreitbare Wege gibt, wie ich für die Art und Weise, wie ich mein Bild und meinen Körper in Szene gesetzt habe, belohnt wurde.“

Doch dann habe sich ihr Blick auf sich und ihr Leben geändert, fuhr die Model-Beauty fort. „Aber irgendwann in meinem Erwachsenenalter wurde mir klar, dass ich viel Angst hatte. Ich hatte viel Wut, viel Unglück, viel Angst - ich operierte in vielerlei Hinsicht aus Angst - und ich musste irgendwie einen Blick darauf werfen, warum das so war.“

Schreiben macht verletzlicher als Modeln
Dennoch habe sie sich beim Modeln nie so entblößt gefühlt, wie beim Schreiben ihrer Biografie, gestand sie weiter. „Beim Schreiben“ sei sie viel verletzlicher, schilderte Ratajkowksi, „zum Teil, weil ich beim Modeln und Entblößen von mir und meinem Körper dazu neige, mich davon zu trennen und mich außerhalb von mir selbst zu fühlen. Schreiben ist genau die gegenteilige Erfahrung. Man ist sehr in sich selbst.“

Statt einfach nur abgelichtet zu werden, muss man sich nämlich dort mit seinen eigenen Dämonen auseinandersetzten, was ihr nicht immer leicht gefallen sei. „Wenn ich gut schreibe, denke ich wirklich an nichts anderes als die Erfahrung, in meinem Körper zu leben.“ 

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