17.11.2021 06:00 |

Schüler bleibt daheim

Tag zwei im Lockdown: Massive Impfkontrollen

Tag zwei im Lockdown für Ungeimpfte: Ein 17-jähriger Impfverweigerer igelt sich lieber daheim ein, statt sich immunisieren zu lassen. Indes wird in Wien massiv kontrolliert.

Österreich im Lockdown für Ungeimpfte - Tag zwei! Wienern ohne Immunisierung bleibt vielerorts der Zutritt verwehrt. Die Polizei ist auf Einkaufstraßen unterwegs und kontrolliert den 2G-Nachweis rigoros.

Aber was bewegt Ungeimpfte dazu, bei all dem Chaos in den Kliniken und der Gefahr durch Long Covid auf eine rettende Spritze zu verzichten? Um diese Fragen zu beleuchten, haben wir mit einem von ihnen gesprochen: David Hollunder ist 17 Jahre alt und besucht die Bundesanstalt für Elementarpädagogik in Favoriten. Vor sieben Monaten wurden er und seine ganze Familie positiv auf Corona getestet.

Jung und gesund
Bis vor einem Monat galt er als genesen. Schon länger kann er keine Restaurants und Fitnessstudios mehr besuchen. Seit Montag verlässt er das Haus nur noch, um in die Schule zu gehen, zum Einkaufen und um sich die Beine zu vertreten. Diese Einschränkungen nimmt er zwar nur widerwillig in Kauf, aber die Impfung kommt für David nicht infrage. Er argumentiert damit, dass er jung und gesund ist und sie nicht benötigt - obwohl unzählige Fälle bestätigen, dass auch junge Menschen schwer an Corona erkranken können.

Diskussionen und Ausgrenzung im Alltag
Der Alltag gestaltet sich immer schwieriger für den Jugendlichen. Nicht nur, dass er inzwischen von jeglichem Freizeitvergnügen ausgeschlossen ist, und das völlig freiwillig, gerät er auch oft in Diskussionen mit Geimpften. „In meinem Freundeskreis sind 70 bis 80 Prozent geimpft“, erzählt er. Viele von ihnen haben kein Verständnis für Ungeimpfte. Auch in der Schule ist es als Ungeimpfter nicht einfach. Zuletzt war seine Klasse auf einer Exkursion, an der nur Geimpfte teilnehmen durften. „Es ist kein schönes Gefühl, so ausgegrenzt zu werden“, sagt der junge Mann. Dabei ließe sich seine Situation schnell lösen.

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Es ist kein schönes Gefühl, so ausgegrenzt zu werden.

David Hollunder

Als angehender Kindergartenpädagoge wird Hollunder auch bei der Jobsuche auf Probleme stoßen, die Stadt stellt keine ungeimpften Pädagogen ein. „Ich werde einen Weg finden, ohne die Impfung zu leben“, zeigt sich der Jugendliche optimistisch. Dass das aber nicht so einfach ist, zeigt sich bei seiner Verwandten. Sie ist Hebamme und wollte in eine andere Klinik wechseln. Da sie aber ungeimpft ist, stellt sie niemand ein.

Auch bei Corona-Demos vorne mit dabei
Alles will sich der 17-Jährige nicht gefallen lassen. Er nimmt deswegen regelmäßig an Corona-Demos teil, zuletzt am Wochenende. „Ich werde nicht schweigen, sondern sagen, was ich denke“, sagt er.

Dass es für Ungeimpfte ungemütlicher wird, zeigt diese Aktion: Zwei Streifen der Wiener Polizei überprüften Dienstagnachmittag auf der Mariahilfer Straße bei einer Schwerpunktaktion, ob sich die Bevölkerung auch an die verordneten Maßnahmen hält. Drei Personen wurden ohne-2G Nachweis angetroffen.

Katharina Mötzl
Katharina Mötzl
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