15.11.2021 14:43 |

Tierschützer erzürnt

Wien: Fiaker-Pferd am Stephansplatz kollabiert

Erneut ist es zu einem dramatischen Zwischenfall mit einem Fiaker-Pferd in Wien gekommen: Am Montagvormittag kollabierte vor dem Stephansdom ein Tier und stürzte zu Boden. Es musste per Kran geborgen werden und wurde in der Folge in die Tierklinik gebracht.

Der Vorfall sorgt einmal mehr für Entsetzen, allen voran unter Tierschützern. So machte etwa der Verein gegen Tierfabriken per Aussendung seinem Ärger Luft, hatte in der Vergangenheit immer wieder Fiaker-Fahrten angeprangert und auf das Leid der Pferde hingewiesen. „Dieses Wegschieben der Verantwortung muss ein Ende haben, es geht hier um Leib und Leben dieser Tiere“, hieß es in der Aussendung. Einmal mehr wurde auch das Verbot der Fiakerei in ganz Österreich gefordert.

Nicht der erste Vorfall
Es ist der bereits dritte ähnlich gelagerte Vorfall in diesem Jahr. Wie die Tierschutzombudsstelle Wien gegenüber der „Krone“ erklärte, dürfte für die beiden vorangegangenen Zusammenbrüche von Fiaker-Pferden ein sogenannter Kreuzschlag verantwortlich sein. Darunter versteht man eine Muskelerkrankung, die akut bei Belastung, oft nach vorangegangenen längeren Ruhephasen, auftritt. Es ist vergleichbar mit einem äußerst schweren Muskelkater, das Pferd leidet unter starken Schmerzen, eine sofortige Untersuchung und Behandlung des betroffenen Tieres ist unumgänglich.

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Meine Pferde sind ohne die Touristen und Wien-Besucher einfach unterbeschäftigt.

Fiakerbaron Wolfgang Fasching

Stute „ein Corona-Opfer“
Auch im aktuellen Fall dürfte ein Kreuzschlag für den Kollaps des Fiaker-Pferdes verantwortlich sein. Wie Besitzer Wolfgang Fasching am Montagnachmittag via Aussendung erklärte, befinde sich Stute „Ayana“ bereits auf dem Weg der Besserung. Sein Pferd sehe er als Opfer der Corona-Maßnahmen: „Meine Pferde sind ohne die Touristen und Wien-Besucher einfach unterbeschäftigt. Obwohl die Tiere trotzdem in Bewegung gehalten werden, fehlt ihnen doch der gewohnte Einsatz als Fiaker-Pferde und dadurch kann es zu so tragischen Vorfällen kommen“, so Fasching.

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