06.11.2021 07:33 |

Nach zähem Ringen

US-Kongress beschloss Bidens Infrastrukturpaket

Nach monatelangem Ringen hat US-Präsident Joe Biden sein Prestigeprojekt eines billionenschweren Infrastrukturpakets durch den US-Kongress gebracht. Das Repräsentantenhaus stimmte am Freitagabend (Ortszeit) dem vom Senat abgesegneten Vorhaben zu, nachdem Bidens Demokraten eine Junktimierung („Ohne das eine geht das andere nicht“) mit dem Beschluss eines umfassenderen Sozial- und Klimapakets im Volumen von 1,75 Billionen Dollar (1,51 Billionen Euro) aufgaben. Dieses hat nämlich im Senat keine Aussicht auf Erfolg.

Die Verabschiedung des Infrastrukturpakets mit 228 zu 206 Stimmen ist ein großer Erfolg für Biden, der jetzt nur noch seine Unterschrift unter das Regelungswerk setzen muss.

Viele Milliarden für bröckelnde Infrastruktur
Die Infrastruktur-Milliarden sollen in den kommenden Jahren für Straßen, Brücken, Häfen, Flughäfen, den Nahverkehr und die Bahn eingesetzt werden. Von einem Teil der Projekte soll auch der Klimaschutz profitieren, den Biden zur Top-Priorität gemacht hat.

Renovierung von Straßen und Brücken
In den kommenden Jahren sollen rund 110 Milliarden Dollar in den Ausbau oder die Renovierung von Straßen und Brücken fließen. Rund 39 Milliarden Dollar sind für den öffentlichen Nahverkehr eingeplant, weitere 66 Milliarden Dollar für das Schienennetz. Zudem sind auch Mittel zum Ausbau der Ladestationen für elektrische Autos und für die Förderung elektrischer Busse vorgesehen.

Schnelleres Internet, verbesserte Wasserversorgung
Für Häfen und Flughäfen sind zusammen 42 Milliarden Dollar einkalkuliert. Auch der Ausbau von schnellen Internetverbindungen und die Verbesserung der Wasserversorgung, darunter der Austausch aller Bleirohre, sollen mit dem Paket finanziert werden. Rund 65 Milliarden Dollar sollen zudem in die Modernisierung der Strominfrastruktur fließen.

Ende des politischen Stillstands?
Der Beschluss kam wenige Tage nach einer empfindlichen Niederlage der Demokraten bei regionalen Urnengängen, darunter auch in der Hochburg Virginia. Nur ein Jahr nach dem historischen Wahlsieg Bidens hatten sich die Wähler in Scharen von den Demokraten abgewandt. Der Präsidentenpartei wurde offenbar die Schuld am politischen Stillstand im Land gegeben.

Biden rief zur Abstimmung auf
Einige von Bidens Demokraten wollten noch am Freitag nur über beide Gesetzesvorhaben gemeinsam abstimmen. Dabei hatte sich Biden zuvor erstmals öffentlich an die Abgeordneten gewandt: „Ich rufe jedes Parlamentsmitglied auf, Mitglieder des Repräsentantenhauses, mit Ja für diese beiden Gesetze jetzt zu stimmen.“ Nur mit der Zustimmung des Repräsentantenhauses bleibt Bidens Versprechen glaubwürdig, die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 2005 zu halbieren.

Seit der Wahl im Vorjahr kontrollieren die Demokraten das Weiße Haus sowie beide Parlamentskammern. Im Senat stehen aber nicht alle Demokraten hinter dem Plan umfassenderer Sozial- und Klimaförderungen.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).