30.10.2021 10:30 |

„KRONE“-KOMMENTAR

Inflationsängste

Inflationsängste: Es ist mittlerweile jeden Monat das gleiche Theater: Die ersten Schätzungen über die Inflationsrate im abgelaufenen Monat sorgen für „Rekorde“ und Schlagzeilen. Das Herz der Sparer krampft sich wieder zusammen. Die Wutbürger schimpfen auf die Europäische Zentralbank, weil sie die Zinsen nicht erhöht. Zeit, das Ganze einmal sachlich zu betrachten: Die Monatsinflation gibt an, um wie viel die Preise im Vergleich zum gleichen Monat vor einem Jahr gestiegen sind. Aktuell im Oktober geht man von 3,6 Prozent aus. Dieser Trend hält schon seit einiger Zeit an und ist für Experten nicht überraschend.

Höhepunkt im Jänner: Die Ursachen sind bekannt: Die Energiepreise waren 2020 wegen Corona-bedingt geringer Nachfrage sehr tief und stiegen seither im hohen zweistelligen Bereich an. Dazu kommt jetzt noch, dass viele Produkte wegen der Lieferengpässe teurer wurden, was ebenfalls die Teuerung anheizt. Das haben die Wirtschaftsforscher schon lange erkannt und berechnet, dass der Höhepunkt der hohen Inflation im Jänner 2022 sein wird, da werden rund vier Prozent erwartet. Danach geht es wieder abwärts, weil der Vergleich zum Vorjahresmonat nicht mehr so extrem ausfällt.

Sparer-Illusionen: Doch 2022 bleibt es bei etwa drei Prozent Inflation. Ob sie danach wieder Richtung zwei Prozent sinkt, ist eine Prognose, an der es auch Zweifel gibt. Eine Illusion ist jedenfalls, dass die Zinsen auf den Sparbüchern früher oft „realen“ Ertrag brachten. Die Statistik der Nationalbank zeigt, dass die Zinsen für täglich fälliges Geld seit den 70er-Jahren nur ganz selten höher als die Inflation waren.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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