18.10.2021 11:26 |

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Vermisste Shalomah (11) ist bei umstrittener Sekte

Am Samstag ist die elfjährige Shalomah in Bayern während einer Laufrunde spurlos verschwunden. Nun bestätigte sich offenbar der Verdacht, dass das Mädchen bei jener umstrittenen Sekte ist, der ihre leiblichen Eltern angehören. Die Gemeinschaft hatte im Jahr 2013 für einen Skandal gesorgt, als Videoaufnahmen zeigten, wie Mitglieder ihre Kinder mit Ruten schlagen. Shalomahs Vater äußerte sich damals im Fernsehen: „Die Bestrafung von Kindern mit der Rute ist der Wille Gottes.“

Shalomah war acht Jahre bei einer Pflegefamilie untergebracht, nachdem die gewalttätigen Erziehungsmethoden der Sekte „Zwölf Stämme“ aufgedeckt worden waren. Nun soll sich das Kind wieder bei den leiblichen Eltern in der umstrittenen Gemeinschaft befinden. Ein Sektenmitglied habe der Pflegefamilie ein E-Mail geschrieben, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauche. Darin wurde behauptet, dass es dem Mädchen gut gehe, zitierte der Bayrische Rundfunk aus dem Schreiben.

Pflegevater Günter S. hatte schon zuvor gegenüber „Bild“ einen ähnlichen Verdacht geäußert: „So wie es aussieht, ist Shalomah mit höchster Wahrscheinlichkeit von ihren Eltern abgeholt worden.“ Als das Mädchen drei Jahre alt war, war das Jugendamt nach dem „Prügelskandal“ der Sekte eingeschritten und es wurde bei der Pflegefamilie in Holzheim-Eppisburg untergebracht.

Shalomahs Vater: „Es ist ja nur eine kleine Rute“
Der Vater von Shalomah verteidigte damals die Rutenschläge, die die eigenen Kinder regelmäßig kassierten, folgendermaßen: „Das tut eine Minute weh. Es ist ja nur eine kleine Rute. Die eigene Hand zu erheben, ist viel schlimmer.“ Nachdem der Staat den Kommunenmitgliedern die Kinder weggenommen hatte, zogen diese nach Tschechien, wo die Gemeinschaft nicht mit strafrechtlichen Konsequenzen für ihre Erziehungsmethoden rechnen muss. Die Sekte lehnt auch staatlichen Schulunterricht ab.

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