14.10.2021 18:00 |

26 Infizierte

Corona-Cluster im Pflegeheim in Satteins

Äußerst kritisch ist die derzeitige Lage im Sozialzentrum Satteins-Jagdberg. Dort haben sich 26 Personen mit dem Coronavirus infiziert, sechs davon müssen im Spital behandelt werden, eine Person ist an dem Virus bereits verstorben. In dem Heim sind 80 Prozent der Bewohner immunisiert. Da nicht alle Mitarbeiter geimpft sind, muss das Heim nun von externen Kräften unterstützt werden.

In dem Pflegeheim wohnen 35 ältere Personen, 18 davon haben sich nun mit dem Coronavirus infiziert, ein Mann ist an dem Virus bereits verstorben. Auch sieben Mitarbeiter wurden positiv getestet. Und während sechs Erkrankte im Spital behandelt werden müssen, fragt man sich im Sozialzentrum, wie das Virus den Weg ins Heim gefunden haben könnte. Denn dort seien die 3G-Regeln und alle Hygiene- und Abstandsmaßnahmen strengstens eingehalten worden, heißt es von Betreiberseite. Auch die Landessanitätsdirektion teilt diese Ansicht.

Fakt ist aber auch, dass weder alle Mitarbeiter noch alle Hausbewohner immunisiert worden sind. In beiden Gruppen liegt die Impfquote bei 80 Prozent. Für die zuständige Landesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) ist die Situation in dem Heim ein „Warnschuss“: „Es ist nicht vorbei“, erklärte sie.

Weil jene Mitarbeiter, die sich nicht impfen haben lassen, nun abgesondert werden mussten, ist die Personalsituation ausgesprochen angespannt. Deswegen springen nun Mitarbeiter des Mobilen Hilfsdienstes in Satteins ein. Die Frage, wie mit Gesundheitspersonal, das sich nicht impfen lässt, in Zukunft umzugehen ist, stellt sich angesichts solcher Szenarien aber einmal mehr.

„Wir haben natürlich ein großes Interesse daran, dass sich möglichst alle impfen lassen - zum Eigenschutz und zum Schutz der Bewohner“, sagt Wiesflecker. Daher bleibe eine Impfverpflichtung für neu eintretende Mitarbeiter ein Thema, das man rechtlich prüfe. Derzeit gebe es aber für bestehendes Gesundheitspersonal kaum eine Handhabe, zumal man aufgrund des allgemeinen Personalmangels auf keine Fachkraft verzichten könne.

Dabei ist die Impfquote im Satteinser Heim noch gut, denn im Schnitt sind in Vorarlberg nur 70 Prozent des Gesundheitspersonals geimpft. Vielleicht braucht es drastische Fälle wie diese, um den einen oder die andere noch umzustimmen. Wie auch immer sie sich dann entscheiden - für jenen Heimbewohner, der am Coronavirus gestorben ist (auch er war ungeimpft), kommt die Einsicht jedenfalls zu spät.

 Vorarlberg-Krone
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