14.10.2021 09:45 |

23. Geoforum Umhausen

Strategien gegen die „Gefahren von oben“

Über 70 Wissenschaftler und Praktiker brüten am Donnerstag und Freitag beim 23. Geoforum Umhausen in Niederthai über den Gefahren, die der Klimawandel im alpinen Raum mit sich bringt und deren Lösungen. 14 Expertenvorträge sollen den Wissenstransfer vorantreiben, am Donnerstag, 19 Uhr, lädt man zum Publikumsvortrag.

Die Zeiten werden bewegter! Nicht zuletzt deswegen, weil sich im alpinen Gelände Hänge und Gestein immer mehr bewegen. Extremereignisse wie der Felssturz in Vals oder die Riesenrutschung auf die Leckgalerie im Ötztal sind nur einige von vielen Zeitzeugen. Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel steht außer Zweifel, die Geologen werden in Zukunft noch mehr gefordert sein. Auch deshalb ist das am Donnerstag, 14.10., beginnende 23. Geoforum Umhausen in Niederthai wohl so bedeutsam wie nie zuvor.

75 Experten, 14 Vorträge
„Natürlich kann das Geoforum zur Bewältigung der Problematik beitragen“, sagt der frühere Landesgeologe und aktuelle Forumspräsident Gunther Heißel, „es wird ja nicht nur ein Ist-Stand eruiert. Der Wissenstransfer läuft interdisziplinär ab. Das heißt, dass hier Wissenschafter und Praktiker vereint sind.“ Auch für LHStv. Josef Geisler sind die Erkenntnisse praxistauglich: „Das Geoforum Umhausen liefert Jahr für Jahr wichtige Impulse und Handlungsanleitungen.“ Rund 75 Experten beschäftigen sich von Donnerstag bis Freitag in 14 Vorträgen mit dem Umgang mit Naturgefahren im Kontext mit der Erderwärmung, die nachweislich Wetterextreme forciert.

Zeitzeuge Ötztalstraße
Für Heißel ist das Wasser - in Verbindung mit der Gravitation - der Motor für Hangbewegungen aller Art. Das zeigte sich auch an der Ötztalstraße im Bereich der Leck- und Klammgalerie in Obergurgl, wo massive Mureinstöße mit unvorstellbaren Material- und Wassermassen im letzten Jahr die Verkehrsverbindung kappten. Ober- und Hochgurgl waren über ein Monat praktisch von der Umwelt abgeschnitten und nur über Südtirol erreichbar. Nachdem die beiden Galerien bereits im Vorjahr verstärkt wurden, wird im kommenden Jahr auch die Lücke zwischen den beiden Galeriebauwerken geschlossen.

Publikumsvortrag des Landesjägermeisters
Die Erkenntnisse um das Großereignis auf der Ötztalstraße werden die Experten am Freitagvormittag beschäftigen. Am Donnerstagabend bereits lädt das Forum zum Publikumsvortrag (19 Uhr, Eintritt frei). Unter dem Titel „Die Jagd im 3. Jahrtausend“ wird Landesjägermeister Anton Larcher auch über den Wildverbiss und die Erosion als Folge eine Brücke zum Forumsthema schlagen. „Wir können Extremereignisse ja nicht verhindern, aber wir können immer präzisere Messmethoden entwickeln“, erwartet Heißel die relevanten Freitagsvorträge rund um das Monitoring mit Spannung. Spannend werden auch die nächsten Jahre, wenn der Permafrost abnimmt und die Wassermassen zunehmen. Die Geologen versuchen jedenfalls, den Stein des Kampfes gegen Extremereignisse ins Rollen zu bringen.

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