14.10.2021 13:30 |

Lokalempfehlung

Lokale, über die man spricht: A‘frisella

„Krone“-Kulinarik-Kolumnistin Karin Schnegdar testet sich durch Österreichs Lokale und spricht ihre Empfehlungen aus. Diesmal besuchte sie das Restaurant A‘frisella in der Wiener Innenstadt. Gastronom Mino Zaccaria serviert in seinem neuen Lokal apulische Gerichte - etwa Friselle mit Paradeisern. 

Längst hat sich herumgesprochen, dass es DIE italienische Küche nicht gibt, sondern vielmehr eine große Vielfalt an Regionalküchen. Als der Gastronom Mino Zaccaria vor Kurzem seine langjährige Wirkstätte in der toskanischen Cantinetta Antinori verließ, um ein eigenes Restaurant zu eröffnen, entschied er sich folgerichtig für die Kulinarik seiner Heimat Apulien und holte sich mit Francesco Gigante auch einen apulischen Koch. Pizza und Spaghetti Bolognese sucht man daher vergeblich im A’FRISELLA, dafür aber gibt’s Orecchiette mit Cime di Rapa (14 €) und Past e Fasul (13 €), also Tubettini-Nudeln mit Cannellini-Bohnen und Paradeisern.

Der Name des Lokals spielt auf ein traditionelles apulisches Gebäck an, das auch einen Schwerpunkt der Karte darstellt: Friselle sind Teigringe, deren knusprig harte Konsistenz vielleicht für manch einen ungewöhnlich sind - sie verführen aber mit köstlichem Belag: puristisch mit bunten Mini-Paradeisern (Classica, 7 €), mit geräucherter Makrele, Erdäpfelcreme und Zitrone (Vecchia Bari, 12 €) oder mit Stracciatella (dem cremigen Käse, nicht dem Eis) oder Garnelen (Alberobello, 14 €). Wer sich über die gemischten Vorspeisen hermacht (ab 2 Personen, pro Person 39 €) erhält unter anderem feinen Oktopus-Salat, kleine Stücke einer Kräuter-Frittata und Zucchine al Poverella, die erst frittiert und dann mit Essig und Kräutern als Salat angemacht werden.

Auch wenn man schon satt ist, so sollte man nicht auf ein Fischgericht verzichten - etwa gratiniertes zartes Rotbarbenfilet, umkränzt mit einem Püree von Kichererbsen und Meeresfenchel (29 €). Oder man greift gleich zur Salsiccia, die hier in Weißwein gekocht und mit Erdäpfelpüree serviert wird (21 €). Wer bisher bei apulischen Weinen nur an den unsäglichen Primitivo dachte, wird im A’Frisella übrigens feststellen, dass die Region auch einige sehr elegante Gewächse hervorbringt.

Nicht zuletzt bäckt man in Apulien eine köstliche Foccaccia mit Paradeisern und Oliven. Die gibt es bei Mino auch als Imbiss über die Gasse.

A‘frisella
Johannesgasse 2, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Mo-Sa 11.30 Uhr bis 1.00 Uhr (Küche bis 22.30)
Tel: 01/512 43 61
Webseite: www.afrisella.at

Karin Schnegdar
Karin Schnegdar
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