Traum vom Eigenheim

Darauf solltest du beim Hauskauf achten

Wohnkrone News
18.03.2011 10:49
Mit den ersten deutlichen Plusgraden erwacht nicht nur die Natur zum vollen Leben, sondern auch die Hausbaubranche. Denn erfahrungsgemäß werden nun die meisten Hauskauf-Abschlüsse getätigt. Einige Tipps, worauf künftige Bauherrn beim Vergleichen der verschiedenen Angebote und bei der Vertragsunterzeichnung achten sollten.

Hausanbieter und einschlägige Bauexperten sind sich einig: Noch nie war der Großteil der Konsumenten – dank Internet und jahrelanger Konsumentenschützer-Bemühungen – so gut über den Hauskauf informiert wie heute. Und trotzdem: In der Praxis ist es dann doch nicht immer so einfach, das tatsächlich beste Angebot zu finden und auch bei der Vertragsunterzeichnung selbst können einige „versteckte“ Fallen lauern.

Super-Aktionspreise – gibt es die wirklich?
„Haus jetzt um nur 99.999 Euro!“ Mit solchen und ähnlichen Angeboten werben gerade jetzt einige Hausanbieter. Aber halten diese Angebote auch einem zweiten kritischen Blick stand?

Grundsätzlich gilt: Niemand hat etwas zu verschenken - und bei besonders günstig wirkenden Angeboten ist erst einmal jedenfalls Vorsicht und eine umfassende Hinterfragung des Gesamt-Angebotes angesagt.

Denn so kann sich ein scheinbar sehr günstiger Preis etwa durch eine niedere Ausbaustufe ergeben, wo allerdings in der Praxis dann noch jede Menge Arbeit und vor allem auch Geld dazugerechnet werden muss. Oder aber es wurden bereits sämtliche mögliche Bau-Förderungen vom Hausanbieter vom eigentlichen Preis des Hauses abgezogen. Und nicht zuletzt können Billig-Preise auch durch kräftige Abstriche in der Qualität der Ausstattung des Hauses erzielt werden.

Also – alles nicht wahr? Nicht ganz, denn andererseits gibt es am Fertighausmarkt vor allem bei größeren Anbietern tatsächlich auch immer wieder besonders preisgünstige Aktions-Häuser. Allerdings geht es natürlich auch hier nicht ganz ohne Abstriche: Denn möglich machen kann der Anbieter die abgespeckten Hauspreise nur durch eine größere Menge an verkauften Häusern in Verbindung mit möglichst einheitlichen Produktionsprozessen. Das heißt also, wirklich viel Raum für individuelle Sonderwünsche in Grundrissplanung und Ausstattung gibt es nicht. Zumindest nicht ohne (kräftigen) Aufpreis.

Auf Qualität der Ausstattung achten!
Ein ganz wesentlicher Punkt beim Hauskauf betrifft die Frage der Qualität der Ausstattung. Treppe ist nicht gleich Treppe, und wie überall im Leben macht sich höhere Qualität eben auch im Preis bemerkbar. Dadurch können sich übrigens auch kräftige Preisunterschiede in scheinbar ähnlichen Kauf-Angeboten ergeben. Bei einem umfassenden Angebotsvergleich gehört dieser Punkt daher ebenfalls genauestens geprüft.

Angesichts der großen finanziellen Belastung rund um einen Hausbau, erscheint es natürlich verlockend, einige Abstriche bei Fenstern, Türen, Fliesen, etc. zu machen. Doch gerade diese „Einsparungen“ können im Gesamtleben eines Hauses ziemlich teuer kommen: Hochwertige Fenster und Türen tragen zum Beispiel ganz entscheidend zur Wärmedämmung und damit zu den laufenden Energiekosten bei. Nicht zuletzt sind sie aber auch ein wesentlicher Beitrag zum Wohlfühl-Klima im neuen Haus.

Und auch wenn man bei Neuanschaffungen nicht daran denken mag – im Lauf der Jahre kann sich immer wieder einmal die Notwendigkeit einer Reparatur ergeben. Bei heimischen Markenfirmen stellt dies im Regelfall kein Problem dar. Schwieriger kann es unter Umständen werden, wenn man zu billigen No-Name-Produkten greift. Da kann es schon einmal passieren, dass Jahre später die betreffende Firma gar nicht mehr existiert und auch keine entsprechenden Ersatzteile mehr vorhanden sind.

Vorsicht bei Ausbaustufen
Einheitlich geht zwar der Trend immer mehr zu „schlüsselfertigen“ Angeboten, doch niedere Ausbaustufen punkten mit einem günstigen Preis, und begabte HeimwerkerInnen können sich so tatsächlich eine Menge Geld sparen. Aber Vorsicht ist auch hier geboten – und zwar gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen, was die Einschätzung der eigenen handwerklichen Fähigkeiten und des damit verbundenen tatsächlichen Zeitaufwandes betrifft, zum anderen aber auch in Bezug auf die schriftliche Festlegung der Leistungsinhalte. Leider gibt es innerhalb der Anbieter keine einheitlichen Definitionen der Leistungsumfänge der verschiedenen Ausbaustufen. Da muss wirklich auf jedes Wort im Vertrag – und ganz besonders auf das Kleingedruckte! – geachtet werden.

Darüber hinaus sind die wichtigen Punkte häufig in einem für den Laien mühseligen „Juristendeutsch“ formuliert. Achtung: Nur mündliche Zusicherungen oder Versprechungen des Verkäufers sind im möglichen Ernstfall rechtlich nur schwer bis gar nicht beweisbar! Im Zweifelsfall den Vertrag daher vor Unterschrift durch eine unabhängige Stelle prüfen lassen.

Nicht vorschnell unterschreiben!
Trotz aller Warnungen lassen sich leider noch immer einige künftige Bauherrn zu übereilten Vertragsunterzeichnungen hinreißen. Manchmal sogar, ohne dass die Finanzierung wirklich gesichert ist oder das Grundstück auch schon tatsächlich im Besitz der Hauskäufer ist. Im Falle eines Nichtzustandekommens des Hausbaus ist mit sehr hohen Kosten zu Lasten des Käufers zu rechnen (z.B. Beträge für Planungs- und Stornokosten, eventuelle Anwaltskosten, etc.).

Daher gilt als oberstes Gebot: Niemals zu einer Unterschrift drängen lassen! Vor allem auch dann nicht, wenn mit finanziellen Vorteilen bei rascher Unterzeichnung gelockt wird. Achtung: Höchste Vorsicht sollte auch bei sogenannten schriftlichen „Reservierungen“ geboten sein, also wenn ein Anbieter verspricht einen bestimmten Preis für einen bestimmten Zeitraum (z.B. zwei Jahre) zu garantieren, der mögliche Hauskäufer dafür im Gegenzug zusichert, dass er, wenn er tatsächlich in diesem Zeitraum baut, nur mit dem entsprechenden Anbieter das Projekt umsetzt. Obwohl solche Verträge rechtlich mehr als bedenklich (und häufig gar nicht durchsetzbar) sind, können sie sich in der Praxis später als mühsame (und teure) Stolpersteine auf dem Weg zum Traumhaus erweisen.

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