24.08.2021 06:30 |

Wegen Klimawandel

Grüne wollen weniger Touristen auf dem Dachstein

Ein „Disneyland“ mit kaum Rücksicht auf die Natur - das wittern die steirischen Grünen am Dachstein. „Der östlichste Gletscher der Alpen rinnt gerade den Bach hinunter“, sagt Lambert Schönleitner - und will sogar über eine neue Geschäftsführung nachdenken. Planai-Bahnen-Chef Georg Bliem kontert Kritik.

Spätestens seit der Klimawandel in aller Munde ist, weiß man: Das „Ewige Eis“, mit dem der Tourismus wirbt, wird irgendwann nicht mehr sein. Der Dachstein-Gletscher schmilzt. Dass das nicht thematisiert wird, stößt den Grünen sauer auf: „Disneyland- und Heilewelt-Bilder mit touristischer Massenausrichtung sind der falsche Weg. Es braucht eine Neuausrichtung, die den Tourismus in den Kontext des Klimawandels rückt“, sagt der Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner. Seine Forderung, die er im Herbst auch im Landtag diskutieren will: Eine Reduzierung der Tagesgästeanzahl.

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Der östlichste Gletscher der Alpen rinnt den Bach hinunter und im Südosten könnte bald das nötige Wasser für Weine fehlen.

Lambert Schönleitner

Gletscher schmilzt neben gekühltem Eispalast
Von enttäuschten Erwartungen erzählt Ernst Fischbacher, Bürgermeister von Ramsau am Dachstein. „Dass der Eispalast runtergekühlt wird und daneben der Gletscher schmilzt, stört manche Besucher.“ Man müsse „über die Inszenierung des Erlebnisses Dachstein nachdenken“.

Bliem: „Haben Gästeanzahl schon reduziert“
Auf die Kritik reagiert Georg Bliem, Geschäftsführer der Planai-Bergbahnen, gelassen - auch, wenn Schönleitner laut über seine Ablöse nachdenkt: „Die Grünen kommen zu spät, wir haben schon 2015 die Anzahl der Tagesgäste freiwillig von 3000 auf 2500 reduziert“, verteidigt er sich. „Diese Zahl erreichen wir nur zwölf bis 15-mal im Jahr. Der Skibetrieb im Frühling wurde vor fünf Jahren eingestellt. 80 Prozent der Besucher bewegen sich außerdem nur bei Skywalk, Hängebrücke und Eispalast neben der Bergstation und nicht verteilt auf den Gletschern.“

Man sehe jeden Tag, wie der Klimawandel dem Gletscher schade - und sei deswegen offen, neue Wege zu beschreiten, versichert der Seilbahnen-Chef.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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