Hausbau

Top-Tipps für die Grundstückssuche

Wohnkrone News
04.03.2011 16:48
„Grundbuch statt Sparbuch“, lautet der immer noch aktuelle Geld-Anlageslogan. Und so sind – leistbare - Grundstücke nicht nur in den sogenannten begehrten Lagen heute mehr denn je Mangelware. Dieser Immobilien-Run hat auch die Lage der vielen Hausbauwilligen verändert: Drehte sich früher alles, auch bei der Finanzierung, schwerpunktmäßig um das Haus selbst, so müssen heute der Grundstückssuche und dem Erwerb mindestens ebensoviel Bedeutung zugemessen werden. Einige Tipps für die Suche...

Klar, ein tolles Grundstück im städtischen Bereich, etwa in Wien in einem der sogenannten Nobelbezirke wie etwa Hietzing oder Döbling, lag auch schon lange vor der Finanzkrise - und dem dadurch deutlich verstärkten Immobilien-Run - meist außerhalb der finanziellen Reichweite von Otto Normalverdiener. Muss aber sowieso nicht sein, denn in vielen anderem Bezirken lebt es sich wahrscheinlich sowieso gemütlicher, und es ist mindestens genauso schön, und wenn nicht in der Stadt, dann gleich am Stadtrand -  fährt man eben einige Minuten länger…. Irgendwo findet man schon immer etwas, oder?

„Ganz eindeutig ist es heute schwieriger denn je, ein geeignetes Grundstück zu finden. Auch in den früher nicht so begehrten Gegenden, ebenso am Stadtrand, gibt es kaum mehr freie, leistbare Grundstücke. Zusätzlich zu der verknappten Angebotslage kommt auch noch der Preisanstieg, der bei der Finanzierung des gesamten Hausprojektes so manche Abstriche erforderlich machen kann“, fasst Leo Schödl, Geschäftsführer von „Raum Real“ und Betreiber der „Grundstücksbörse“ in der Blauen Lagune, aus der täglichen Erfahrung zusammen.

Preis schon bei ersten Planungsschritten beachten
Viele künftige Bauherren gehen, so Schödls Erfahrung, noch immer von heute nicht mehr realistischen Grundstücksverfügbarkeiten und –preisen aus. Die Folge: Um das Hausbauprojekt dann auch tatsächlich in der Finanzierung umsetzen zu können, müssen nicht selten Abstriche beim Haus gemacht werden. „Da wird eben zum Beispiel der Wintergarten oder der Dachgeschoss-Ausbau auf später verschoben“. Sein Tipp daher: Ansprüche an die tatsächlich benötigte Grundstücks-Größe zurückschrauben!

Denn viele Hausbauer gehen bei der ersten Planung – verständlicherweise - von einem sehr großzügig bemessenen Gartenbereich aus. „Da lohnt sich aber durchaus die Frage: Was brauche ich im Alltag wirklich zum Wohlfühlen“, weiß Schödl aus der Praxis. Ideal sind nach Erfahrung des Immobilien-Experten Größen von 450 bis 500 Quadratmeter. Zusatzplus: „Viele unterschätzen dann auch die anfallenden Gartenarbeiten – und die Kosten, die ein großzügig angelegter Garten mit sich bringt.“

Internet Anlaufstelle Nummer 1
Ob groß oder klein – wie aber findet man das gewünschte Grundstück? Sowohl Experten als auch einschlägige Untersuchungen zeigen deutlich, dass heute die beliebteste Suchform die per Internet ist. Denn hier kann man bequem und in aller Ruhe von zuhause aus, die verschiedensten Suchplattformen nach geeigneten Grundstücken in den gewünschten Traumlagen durchforsten.

Das Problem dabei liegt allerdings darin, dass man meist nicht allein sucht. Und so kommt es gar nicht so selten vor, dass das begehrte Grundstück bei einer konkreten Anfrage nicht mehr verfügbar ist. Auch die Frage, wie gut die Wartungsqualität der jeweiligen Seite ist, sprich: wie aktuell die Angebote sind, spielt hier eine Rolle. Es schadet also nicht, wenn man sich auch selbst auf die Suche macht, besonders dann, wenn man einen bestimmten Standort bevorzugt.

Grundstücks-Anforderungsprofil erstellen
Am Anfang der Grundstückssuche sollte, so Bau-Experten, stets die Erstellung eines persönlichen Anforderungsprofils stehen. Fragen, wie weit das Grundstück tatsächlich von der Arbeitsstelle entfernt sein darf, wie viel Wert man auf eine ruhige Lage legt und vor allem auch wie die Infrastruktur aussehen soll – Stichwort: Schulen, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten – müssen hier familienintern geklärt und genau definiert werden.

Tipp: Die rosa Brille absetzen, schonungslos ehrlich sein und daher auch alle Nebenaspekte sowie Folgen im Alltagsablauf berücksichtigen. So kann es z.B. das Hausbesitzerleben ziemlich vermiesen, wenn man ein eher zurückgezogener Typ ist, sich aber z.B. in einer Kleingartensiedlung mit regem Nachbarschaftskontakt ansiedelt. Oder: Mag man die ländliche Idylle auch noch so sehr beim Sonntagsausflug schätzen, wenn jeder Weg mit dem Auto erledigt werden muss, kann das mühsam (und auch teuer) werden.

Persönliche Suche vor Ort
Liegt der künftige Haustraum in einer ganz bestimmten Gegend, dann kann sich auch eine persönliche Recherche vor Ort durchaus lohnen. Viele gute Grundstücke wurden auf diesem Weg schon verkauft, ehe sie noch inseriert wurden. Voraussetzung: Schüchternheit ablegen, denn Kontaktfreudigkeit ist gefragt!

Einige Tipps:

  • Abgehen: Mehrmals in aller Ruhe durch die gewünschte Gegend spazieren und dabei nach Baulücken sowie nach Grundstücken, die unbewohnt aussehen, Ausschau halten. Achtung: Nicht zu neugierig wirken! In vielen Wohngegenden fürchtet man "Einbrecherbanden", die ausspionieren - und mit solchen will man ja nicht verwechselt werden. 
  • Nachbarn: Hat man solche Grundstücke entdeckt, am besten mit den Nachbarn sprechen und so viele Infos wie möglich einholen – nach dem Namen des Besitzers erkundigen und persönlich ein Gespräch mit diesem suchen. Achtung: Nicht zu aufdringlich sein! Das ist nicht nur unhöflich, sondern kann auch den Preis in die Höhe treiben.
  • Sonstige Erkundigungen: Im örtlichen Gasthaus, im Lebensmittelladen bzw. auch im Rathaus nach Baugrundstücken fragen, die zum Verkauf stehen!
  • Projektangebote: Als heißer Tipp können sich auch Projektangebote erweisen. Hier werden Haus und Grund in einem angeboten. Nachteile: Unter Umständen eine gewisse Gebundenheit an planerische und architektonische Vorgaben, meist kleinere Gartenanteile. Vorteile: Häuser sind bereits optimal auf die Grundstücksbedürfnisse zugeschnitten, gute finanzielle Kalkulierbarkeit durch Haus und Grund in einem.
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