14.08.2021 09:00 |

Schädlinge in Osttirol

Mit Drohnen den Borkenkäfer aus der Luft bekämpfen

Osttirol hat ein Borkenkäfer-Problem. Das Land Tirol will dagegen jetzt mit einer besonderen Maßnahme vorgehen. Mittels Drohnen sollen betroffene Gebiete abgeflogen und von oben genauestens unter die Lupe genommen werden. Die Flüge werden von der Waldgenossenschaft Iseltal (WGI) ausgeführt.

Etwa 150 bis 200 Hektar Wald fliegt Dominic Rindler, Betriebsleiter der WGI, derzeit jeden Tag mit der Drohne ab. Normalerweise sind es rund 70 Hektar pro Flug. Von oben erhält er einen genauen Überblick, ob und in welchem Ausmaß Bäume in einem bestimmten Abschnitt vom Borkenkäfer befallen sind. Vor dem Flug werden in Abstimmung mit der Bezirksforstinspektion Lienz (BFI) die Gebiete kartiert und die Flüge am Computer geplant: „Die Drohne fliegt nach einem festgelegten Raster und einer festgelegten Höhe automatisch das Gebiet ab“, sagt Rindler.

Ergebnisse werden mit Waldaufseher beredet
Ist der Flug abgeschlossen, werden die Daten an eine Expertenfirma in der Steiermark übermittelt. Dort wird der Bestand analysiert, ein Orthofoto erzeugt und relevante Bäume mit GPS-Koordinaten versehen. „Nach einem weiteren Flug werden die Daten in Relation zueinander gesetzt. Jeder einzelne Baum wird somit im Laufe der Zeit mit sich selbst und den anliegenden Bäumen verglichen“, sagt Rindler. Dadurch könne man Veränderungen in der Vitalität, den Zeitverlauf oder befallene Stämme erkennen.

Die Ergebnisse werden mit dem zuständigen Waldaufseher und der BFI kontrolliert. Dabei ist es abhängig, wo sich der Befall befindet: „In erster Linie müssen wir uns um die Bäume in den Objektschutzwäldern oberhalb von Häusern und Straßen kümmern, dann sind die flacheren Wirtschaftswälder an der Reihe“, klärt Thomas Strieder, Waldaufseher der Gemeinde Ainet, auf. Seit dem ersten schweren Sturm im Jahr 2018 ist er fast pausenlos dabei, Schadholz in den Wäldern zu entfernen.

„Neues Frühwarnsystem ist eine enorme Hilfe“
Mit den Drohnen wird somit ein weiterer Schritt gesetzt, um den Befall früher zu erkennen. Dazu Strieder: „In Tallagen kommt der Käfer früher. Er fliegt bereits ab 16,5 Grad. Im Frühjahr legen wir frisch gefällte Bäume neben der Straße auf und warten, bis sich genügend Käfer eingebohrt haben. Nach regelmäßiger Kontrolle transportieren wir diese vor dem Ausflug der Jungkäfer ab.“ Er ist überzeugt davon, dass die Drohnenflüge ein richtiger Schritt sind, gibt aber zu bedenken, dass es im Idealfall zwei Flüge benötigt - einen im Herbst und einen zweiten im Frühjahr -, um die Gefahr abschätzen zu können. „Unsere Wälder sind größtenteils Schutzwälder und außerdem auch ein Naherholungsgebiet. Deshalb ist es für uns in erster Linie besonders wichtig, unsere Wälder in Osttirol bestmöglich zu schützen.“, betont Rindler. Strieder ist sich, auch im Hinblick auf die Aufforstung, sicher: „Es stehen uns spannende Jahre bevor.“

Martin Oberbichler
Martin Oberbichler
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