09.08.2021 17:48 |

Dramatische Szenen

Brände auf Euböa: „Wir haben kein Wasser mehr“

Evakuierungen, schwierige Löschbedingungen und keine Aussicht auf Entspannung - die Brände in Italien, der Türkei und Griechenland bleiben verheerend. Vor allem auf der griechischen Insel Euböa spielen sich dramatische Szenen ab. Zuletzt ging der Feuerwehr und freiwilligen Helfern das Löschwasser aus! Hilfe kommt indessen auch aus Österreich, wo sich am Montag insgesamt 40 Feuerwehrleute aus Salzburg und Tirol auf den Weg nach Griechenland machten.

„Wir haben kein Wasser mehr!“, riefen die Menschen und schleppten die letzten Tropfen aus Brunnen in Schubkarren und Kübeln herbei, während die Löschzüge tanken fahren mussten.

Die Region ist in dichten Rauch gehüllt, Südostwind treibt die Flammen in Richtung des nördlichsten Zipfels der Insel. Weite Teile sind mittlerweile evakuiert. Ältere Einwohner wurden von Helfern zur Küste getragen, um von dort mit Booten gerettet zu werden. Seit vergangenem Dienstag hat die Küstenwache mehr als 2000 Menschen mit Schiffen von der zweitgrößten Insel des Landes geholt und in Sicherheit gebracht.

Österreichische Feuerwehrleute rückten nach Griechenland aus
35 Salzburger Feuerwehrleute und 5 aus Tirol rückten - wie berichtet - am Montag zum Löscheinsatz nach Griechenland aus. Mit im Gepäck haben sie Spezialfahrzeuge, Schutzausrüstung, Verpflegung und Zelte. Zwar blieb ihr genaues Ziel noch unklar, doch schon am Mittwoch sollen sie gegen die Flammen kämpfen.

Der Salzburger Oberbrandrat Michael Leprich koordiniert den Unterstützungseinsatz in Griechenland. Seine Mannschaft sei auf solche Fälle vorbereitet, wie er im Gespräch mit der „Krone“ versicherte. Leprich rechnet mit klassischen Löscheinsätzen, aber auch Transportaufgaben. Dafür haben die Salzburger vier Tanklöschfahrzeuge dabei, die bis zu 5000 Liter Wasser transportieren können. „Wir stellen uns aber auf alles ein“, so der Oberbrandrat.

Bestens gerüstet und motiviert, tatkräftig anzupacken, war man jedenfalls bereits bei der Abreise, wie auch Jörg Degenhart von den entsandten Tiroler Feuerwehrleuten schilderte: "Wir haben jede freie Stelle im Fahrzeug genutzt, um unsere Ausrüstung für die Waldbrandbekämpfung unterzubringen und uns damit bestmöglich auf die voraussichtlichen Einsatzszenarien vorzubereiten.

Athen hatte über den Europäischen Zivilschutz-Mechanismus um Hilfe gebeten. Die internationale Katastrophenhilfe wird vom Innenministerium koordiniert und besteht im europäischen Raum aus Einsatzmodulen. Der Salzburger Landesfeuerwehrverband hat die drei Module Waldbrand, Hochleistungspumpen und Erdbeben. Das zweite Modul mit den Hochleistungspumpen war 2014 in Serbien bei Überschwemmungen sowie im gleichen Jahr in Slowenien bei der Eiskatastrophe mit großflächigem Stromausfall im Einsatz. Feuerwehrkollegen aus Niederösterreich und der Steiermark unterstützen aktuell das ebenfalls schwer von Waldbränden betroffene Nord-Mazedonien.

Nach über einer Woche Kampf gegen unzählige Großbrände im ganzen Land entspannte sich die Situation in Griechenland am Montag zumindest leicht, berichtete die Deutsche Presseagentur dpa. Unter anderem sorgte das Wetter für eine Atempause - zwar kündigte sich die nächste Hitzewelle an, doch die Winde wehten am Montag nur schwach, sodass nicht ständig neue Brände ausbrachen oder die Feuer von Böen angetrieben wurden.

Im Norden Athens, um den Feuerwehr und Rettungskräfte tagelang kämpften, schwelte es noch. Die Einsatzkräfte waren dort vor allem damit beschäftigt, immer wieder aufflammende kleine Brandherde zu löschen, damit diese sich nicht erneut ausbreiten.

Feuerwehr auch in Italien im Dauereinsatz
Auch in Italien ist die Feuerwehr indessen im Dauereinsatz. Am stärksten betroffen sind Sardinien und Sizilien, aber auch in Kalabrien und der Adriaküste brennt es. Hunderte Bewohner und Touristen wurden wegen Feuern um die italienische Adria-Gemeinde Campomarino aus ihren Unterkünften gebracht. Hitze, Trockenheit und Winde begünstigten zudem die Ausbreitung der Flammenwalzen. Für die kommenden Tage wurde eine neue Hitzewelle angekündigt, die Zivilschutzbehörde rechnete mit Werten bis zu 45 Grad.

Das alles ist nur ein Vorgeschmack auf das, was der neue Weltklimabericht prognostiziert.

 Kronen Zeitung
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