02.08.2021 12:42 |

Keine Angst vor Hitze

Dadic und Mayr sind heiß auf Siebenkampf-Medaille

Die bereits fünf Medaillen des in Tokio so sensationellen österreichischen Teams, insbesondere die Bronzene von Diskus-Held Lukas Weißhaidinger, stärken unseren Siebenkämpferinnen Verena Mayr und Ivona Dadic den Rücken im Kampf um Edelmetall im Siebenkampf am Mittwoch und Donnerstag. Beide sind wohlauf und fit, loben die Bedingungen im Stadion und haben keine Sorge vor einer Hitzeschlacht - und sehen sich gegenseitig als Konkurrentinnen im Medaillen-Fight ...

An der Spitze, so ihre einhellige Meinung, sind Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (Bel) und Weltmeisterin Katarina Johnson-Thompson (Gb) nach der Papierform her klar zu favorisieren. Fraglich ist aber, ob diese beiden Stars, die zuletzt immer wieder einmal mit Verletzungen zu kämpfen hatten, wirklich ihre Siebenkämpfe durchstehen. Im weiteren Kampf um eine Medaille sehen Ivi und Verena sechs bis acht Konkurrentinnen. Dadic-Trainer Philipp Unfried schätzt neben Johnson-Thompson und Thiam vor allem die Weltjahresbeste Annie Kunz (USA/6703) sowie die beiden Erstplatzierten von Götzis 2021, Xénia Krizsan (Ung/6651) und Anouk Vetter (Hol/6536), als stärkste Gegnerinnen ein.

Dritte Spiele und Premiere
Österreichs Top-Siebenkämpferinnen wollen keine Punktzahlen hochrechnen, die für eine Medaille reichen könnten, sie sagen unisono: „Wir wollen einen starken Siebenkampf machen - und sehen was am Ende herausschaut.“ Während Ivona Dadic, 2020 Weltbeste im Siebenkampf und Österreichs „Sportlerin des Jahres“, nach London 2012 und Rio 2016 bereits ihre dritten Spiele bestreitet, ist Tokio für Verena Mayr die olympische Premiere. „Klar, bin ich ein wenig nervös, aber es ist auch eine positive Anspannung, eine Vorfreude auf Mittwoch.“

Den extremen Temperaturen im Stadion, die auch auf über 40 Grad Celsius klettern, sehen beide gelassen entgegen, beide werden sich mit Kühlwesten schützen. Gerade in der Morning-Session erwartet Ivi hohe Temperaturen: „Aber da sind wir zweieinhalb Stunden im Stadion. Das kriegen wir schon gut über die Bühne!“ Abends sei es gar nicht so arg mit der Hitze. Auch findet Ivona Dadic, dass es im Stadion, in dem keine Zuschauer wegen der Pandemie zugelassen sind, sehr wohl „etwas Stimmung“ durch die anwesenden Athleten auf der Tribüne aufkommt. Also keine Fadesse, wie die meisten behaupten…

Im Training ging es beiden zuletzt gut. Ivona Dadic verspürt auch kein Problem im rechten Beuger, der sie noch in Graz bei ihrem letzten Wettkampf vor Olympia belästigt hatte. Ein kleiner Druck im Fuß stört Verena Mayr nicht beim Training, höchstens bei den jeweils halbstündigen Busfahrten vom Dorf ins Stadion und zurück. Einfache Lösung: „Ich weiß schon, wie ich im Bus zu sitzen habe, am Rand und auf der linken Pobacke!“

Victoria Hudson: Günstige Gruppe B
Bereits am Dienstag sind Speerwerferin Victoria Hudson in der Qualifikation und Susanne Walli im 400-m-Vorlauf am Start. Hudson, die außer den Insidern wohl niemand auf der Rechnung hat, könnte durchaus für eine kleine Sensation sorgen. Sie wirft in der Gruppe B der Qualifikation (3.50 Uhr MESZ) und hat durchaus Chancen auf einen Einzug ins Finale der besten Zwölf. Mit 64,68 m ist sie Siebente der Entry List. „Sie ist in sehr guter Form, hat gute Trainingsleistungen“, weiß Ivona Dadic.

Victoria Hudson bestätigt, dass auch die letzten Trainings in Tokio gut verlaufen sind. „In der Quali werde ich versuchen, ruhig zu werfen, ein Gefühl für den Speer zu bekommen, dann sehen wir einmal, was dabei herauskommt.“ Günstig sei für sie, dass sie in der zweiten Gruppe wirft. „Einmal kann ich deshalb etwas länger schlafen und ich weiß vor allem gleich, wo ich mit meiner Weite in der Qualifikation stehe.“ An die 63,00 m, die eine Direkt-Qualifikation fürs Finale bedeuten, denke sie aber nicht.

Susanne Walli: Günstige Bahn 7
Susi Walli startet im vierten Vorlauf auf der Bahn 7, eine Bahnverteilung, mit der die Oberösterreicherin sehr zufrieden ist: „Ich war wirklich erleichtert, dass ich Bahn 7 habe. Ich glaube, dass das sehr gut ist. Ich habe zwei Läuferinnen vor mir und bin auch meine Bestleistung damals auf Bahn 9 gelaufen. Ich glaube schon, dass mir das liegt, wenn ich außen laufe.“ Sie freut sich auf den Wettkampf und weiß, dass die Bahn sehr schnell ist: „Das hat man in den letzten Tagen hier schon gesehen!“

Der Aufstieg ins Semifinale, den die ersten Drei der sechs Vorläufe und die sechs Zeitschnellsten schaffen, wäre für sie eine Sensation. Aber sie sagt: „Ich glaube, dass immer etwas möglich ist.“ Dafür werde aber „eine sehr gute Zeit“ notwendig sein. „Ich kann halt nur das beeinflussen, was ich selbst mache. Es wird sicher dann auch darauf ankommen, wie gut die anderen an dem Tag laufen!“

Ihr Trainer Wolfgang Adler sieht die Ausgangslage ähnlich: „Susi hat sich im Training stark gezeigt und sollte ihre Form im Wettkampf abrufen können. Mit Bahn 7 hat sie eine gute Auslosung, auch die Laufeinteilung verspricht ein interessantes Rennen. Susi ist gut drauf, die Bahn ist schnell, alles andere hängt von den Gegnerinnen ab.“

Olaf Brockmann
Olaf Brockmann
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