"Fusion Expo"

Wanderschau soll Thema Kernfusion näherbringen

Wien
17.02.2011 12:30
Eine internationale Wanderausstellung über Kernfusion ist vom 1. bis 10. März in Wien zu sehen. Die "Fusion Expo" wird an der Technischen Universität Wien am Karlsplatz 13 zwischen 9 und 18 Uhr bei freiem Eintritt gezeigt. Dass die Schau just in der Eintragungswoche für das Volksbegehren "Raus aus Euratom" (28.2. - 7.3.) stattfindet, bezeichneten die Organisatoren als "Zufall".

Die "Fusion Expo" hat schon in einer Reihe europäischer Länder das Thema Kernfusion der Öffentlichkeit nähergebracht. Im Gegensatz zur in Atomkraftwerken ablaufenden Kernspaltung, bei der Atomkerne zur Energiegewinnung zerlegt werden, ist es das Ziel der Kernfusion, die in der Sonne und allen Sternen ständig laufende Verschmelzung von Atomkernen unter kontrollierten Bedingungen ablaufen zu lassen. Dies stellt die Wissenschafter und Techniker allerdings vor große Herausforderungen. Mit dem internationalen Kernfusionsreaktor ITER soll in Frankreich ein Großprojekt in der Fusionsforschung verwirklicht werden, auch unter Beteiligung österreichischer Forschergruppen.

Überblick über technisches Konzept von ITER
Bei ITER sollen Wasserstoff-Atomkerne auf rund 100 Millionen Grad Celsius - fast zehnmal so heiß wie im Inneren der Sonne - erhitzt werden und zu Helium verschmelzen. Dabei wird eine große Menge Energie frei, die zur Erzeugung von Strom genutzt werden soll. Am Projekt ITER sind die EU, China, Indien, Japan, Russland, Südkorea und die USA beteiligt. In der Ausstellung wird ein Überblick über das technische Konzept des Reaktors, die bevorstehenden Bauphasen und den zukünftigen Betrieb von ITER gegeben.

Das Projekt kämpft derzeit mit den massiv gestiegenen Kosten. Seit dem Start von ITER im Jahr 2001 sind die projektierten Gesamtkosten von 5,9 auf 16 Milliarden Euro angestiegen.

Kooperation zwischen ÖAW und Euratom
Die Ausstellung wurde durch die Assoziation zwischen Österreichischer Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) ermöglicht. Das Koordinationsbüro ÖAW-Euratom betreut seit 1996 die österreichischen Beiträge zur Kernfusionsforschung in Europa.

Im Rahmen von Euratom stehen zwischen 2007 und 2011 Fördermittel in Höhe von insgesamt 2,75 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit knapp zwei Milliarden Euro geht davon das Gros in die Fusionsforschung, wobei davon wieder ein Großteil für ITER aufgewendet wird.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele