„Entartete“ Kunst

„Jedes Bild hat seine Geschichte“

Salzburg
16.07.2021 17:00
Porträt von Thomas Manhart
Von Thomas Manhart
Ein wenig versteckt in einem oberen Stockwerk der Salzburger Sigmund-Haffner-Gasse eröffnet sich der Blick auf Werke von Künstlern, die in der NS-Zeit politisch verfolgt, diskriminiert und getötet wurden. Das dortige Museum des Privatsammlers Heinz Böhme widmet sich der „Kunst der Verlorenen Generation“

Aus den Augen aus dem Sinn. Viele Künstler, die während des Zweiten Weltkriegs zu Opfern politischer Verfolgung durch das NS-Regime wurden, blieben auch danach vergessen. Als „entartet“ eingestuft, waren sie ins Exil getrieben oder ermordet worden – sie gaben mit ihrem Schicksal dem kleinen Museum „Kunst der Verlorenen Generation“ in der Salzburger Sigmund-Haffner-Gasse 12/1 seinen Namen. Mehr als 450 Exponate solch verfemter Künstler hat Privatsammler Heinz Böhme seit 2017 dort präsentiert. Seit Donnerstag werden (bis 2022) die zwei Ausstellungen „Mit Pinsel und Farbe gegen die Zeit“ und „Apropos Frauen“ (mit dem Fokus auf weiblichen Malerinnen) gezeigt.

Für den fast 90-jährigen Sammler schließt sich mit seinem Museum „eine Lücke in der Kunstgeschichte, nicht nur in Salzburg, in ganz Europa“. Besucher finden in jedem Raum eine Mappe mit Erklärungen zu den Ölgemälden, Skulpturen und Bildern. Dadurch wird jedes Zimmer zu einem „Kabinett voller Schicksale“, wie es eine Besucherin treffend bezeichnete. Auch für Heinz Böhme sind diese Erinnerungen gegen das Vergessen der wichtigste Aspekt des Museums: „Für mich ist das Sammeln nicht nur ein Zusammenfügen von Bildern, es geht um die Menschen. Jedes Bild hat eine Geschichte.“ So wie bei einem Bühnenbild-Entwurf der Festspiel-„Zauberflöte“ 1967 von Teo Otto, der 1933 in die Schweiz emigrierte, aber später als erfolgreicher Künstler zurückkehrte. 

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