Durch das verlorene Finale bei der EM 2020 hat weiterhin die Weltmeisterschaft 1966 dem Mutterland des Fußballs den bisher einzigen Titel beschert - und zwar mit dem wohl berühmtesten Treffer der Geschichte! England gewann das Finale in London gegen Deutschland mit 4:2 nach Verlängerung, das vorentscheidende 3:2 von Geoff Hurst fiel durch das „Wembley-Tor“. Bis heute wird gestritten, ob der Schuss des Engländers von der Latten-Unterkante kommend auf oder hinter der Torlinie aufsprang ...
In der 101. Minute herrschte zunächst großes Rätselraten, dann wurde der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst vom sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow überzeugt, der Ball sei drin gewesen. Dabei bemerkte Bachramow nur, wie die Engländer jubelten, gab er später zu. „Ich sah auch, dass der deutsche Tormann einen untröstlichen Eindruck machte. Deshalb muss es ein Tor gewesen sein.“
Schon vor dem Endspiel hatte das Turnier auf der Insel einige Highlights zu bieten gehabt. So zog etwa Nordkorea dank eines sensationellen 1:0-Erfolgs in der Gruppenphase über Italien ins Viertelfinale ein. Dort lagen die Asiaten gegen Portugal bereits 3:0 in Front, doch der spätere Torschützenkönig Eusebio führte seine Mannschaft mit vier Treffern noch zu einem 5:3. In der Vorschlussrunde mussten sich die Iberer den Engländern nach zwei Toren von Bobby Charlton mit 1:2 geschlagen geben.
Der Manchester-United-Spieler avancierte zum Star der WM - auch deswegen, weil Brasiliens Ikone Pele mit üblen Fouls traktiert wurde und nie seine Bestform erreichte. Der Weltmeister von 1958 und 1962 musste mit der „Selecao“ bereits nach der Gruppenphase Abschied nehmen. Dafür schlug bei der WM 1966 auch die Stunde eines späteren Weltklasse-Kickers: Der damals 20-jährige Franz Beckenbauer machte erstmals auf sich aufmerksam, indem er seine Rolle in der Defensiv äußerst offensiv interpretierte und es bei seiner ersten WM auf vier Tore für Deutschland brachte.
Die Ergebnisse:
Halbfinale
BRD - Sowjetunion 2:1
England - Portugal 2:1
Spiel um Platz drei
Portugal - Sowjetunion 2:1
Finale
England - BRD 4:2 n.V.
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