07.07.2021 08:33 |

Sorge bei Behörden

Urlaubszeit: Die Rückkehr der Einbrecherbanden

Sorge bei den Sicherheitsbehörden: Dank der wiedererlangten Reisefreiheit nach dem Lockdown feiern auch Banden ihr Comeback!

Saure Gurkenzeit herrschte während der Pandemiezeit nicht nur für die heimische Wirtschaft – auch die organisierten, kriminellen Banden mussten durch die Coronamaßnahmen in den vergangenen Monaten ihre „Arbeit“ mehr oder weniger stilllegen.

Besonders „hart getroffen“ hat es Gruppierungen, die auf Einbrüche spezialisiert sind und extra für ihre Coups aus dem Ausland (hauptsächlich aus den Westbalkan-Staaten) anreisen. Zum einen aufgrund der verschärften Grenzkontrollen, zum anderen wegen der Ausgangsbeschränkungen – ein ungestörtes „Arbeiten“ war so ja kaum möglich.

Einzig im Burgenland ein leichter Anstieg
Wie auch die nackten Zahlen deutlich belegen: Wurden 2019, also im Jahr vor Covid, österreichweit noch 8835 Einbruchscoups in Häusern und Wohnungen verübt, waren es im vergangenen Jahr „nur“ noch 6420. Besonders interessant an dieser Pandemie-Statistik aber: Während in sämtlichen Bundesländern die Einbruchszahlen deutlich gesunken sind, musste man einzig im Burgenland einen leichten Anstieg verzeichnen. Über die Gründe herrscht Rätselraten ...

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Einbrecherbanden stehen in den Startlöchern.

Ermittlerin Petra Huber-Lintner

Die bevorstehenden Sommermonate versetzen die Sicherheitsbehörden jedenfalls in Alarmbereitschaft! Denn während Tausende Österreicher nach monatelangen Entbehrungen nicht mehr zu halten sind und sich auf die Reise in den Urlaub machen, stehen die Einbrecherbanden bereits in den Startlöchern – um die „Saisonarbeit“ wieder aufzunehmen. Und so appelliert das Bundeskriminalamt nun eindringlich, das Eigenheim so gut wie möglich zu schützen. „Um keine bösen Überraschungen nach der Rückkehr aus dem Urlaub zu erleben“, so Top-Ermittlerin Mag. Petra Huber-Lintner.

Ermittlerin gibt Tipps
Die Abteilungsleiterin für allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt, warnt im „Krone“-Gespräch: „Einbrecherbanden stehen in den Startlöchern.“

„Krone“: Sie und Ihre Kollegen sehen nun ein Einbruchsproblem auf uns zurollen?
Petra Huber-Lintner: Das ist zu befürchten, ja. Die Grenzen sind wieder geöffnet, und viele Österreicher werden nun auf Urlaub fahren. Und die wieder erlangte Reisefreiheit spielt auch den mobilen Banden in die Karten. Aufgrund der Covid-Maßnahmen mussten sie ihre „Arbeit“ mehr oder weniger stilllegen. Sie haben sich aber nicht „umgeschult“. Für diese Gruppierungen gilt es jetzt, einiges nachzuholen. Zumal sich die sozialen Gegebenheiten in den Herkunftsstaaten der Banden durch die Pandemie nicht zum Besseren gewandelt haben.

Wie schütze ich mich denn am besten gegen böse Überraschungen nach der Urlaubsrückkehr?
Der größte Fehler, den man machen kann, ist, seinen geplanten Urlaub bzw. seine Abwesenheit vorab auf Social-Media-Plattformen anzukündigen. Natürlich kundschaften Banden nach wie vor potenzielle Tatorte auch vor Ort aus - aber sie nutzen parallel auch immer öfter die digitale Welt. So können sie ihre Risiken minimieren. Wir haben es hier im Normalfall mit hochprofessionellen Banden zu tun, die nicht auf gut Glück in eine Wohnsiedlung kommen.

Eigenheimsicherung ist natürlich auch ein Thema.
Auf jeden Fall - man sollte es den Tätern so schwer wie möglich machen. Ob mechanische Maßnahmen wie Sicherheitstüren oder -fenster, oder ganz simple Dinge, wie Nachbarn, die regelmäßig den Briefkasten leeren oder die Pflanzen gießen.

Fakten

So schützen Sie Ihr Eigenheim vor kriminellen „Besuchern“

  • Haus oder Wohnung sollten keinen unbewohnten Eindruck machen. Bei längerer Abwesenheit Nachbarn bitten, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen - den Postkasten zu leeren, Pflanzen zu gießen und Jalousien zu öffnen/schließen.
  • Verwenden Sie Zeitschaltuhren, um die Beleuchtungen im Innen- und Außenbereich oder das Radio zu unterschiedlichen Zeiten ein- und auszuschalten.
  • Kündigen Sie bevorstehenden Urlaube nicht auf Social-Media-Plattformen an. Idyllische Fotos sollten erst nach der Rückkehr gepostet werden.
  • Keine Einstiegshilfen wie z. B. eine Leiter im Garten lassen.
  • Bei sogenannten Smart Homes sollten sehr hohe Standards der Sicherheitsmechanismen (Firewall, Verschlüsselung oder Zugriffsrechte) gegeben sein!
  • Legen Sie Eigentums- bzw. Inventarverzeichnisse an! Zudem sollten Wertgegenstände fotografiert und Gerätenummern von Handy, Laptop und dergleichen notiert werden.
Klaus Loibnegger
Klaus Loibnegger
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