Pläne rechtswidrig

EU-Beschwerde gegen Umwidmung der Welser Heide

Knalleffekt in der Diskussion um die Umwidmung des Flugplatzes Wels in ein Betriebsbaugebiet: Während die Stadtpolitik dem Treffen mit dem Landeshauptmann am Montag entgegenfiebert, ist eine EU-Beschwerde von der Umweltanwaltschaft Linz, dem Naturschutzbund Österreich und dem Umweltdachverband nach Brüssel unterwegs.

"Schon der kleinste Verlust in der Welser Heide bedeutet den Todesstoß für dieses einzigartige Areal. Das ist moralisch und fachlich nicht akzeptabel. Zudem gibt es in Wels Alternativflächen für Firmenansiedlungen", sagt Umweltanwalt Martin Donat. Er hat gemeinsam mit Naturschutzbund und Umweltdachverband eine EU-Beschwerde erarbeitet und verschickt.

"Das Gebiet zu bebauen, wäre EU-rechtswidrig. Die Union ist ja mehr als nur eine Wirtschaftsgemeinschaft. Solche Wiesen wie die Heide sind als Lebensraum in Europa am stärksten bedroht", erklärt er. Als nächste Schritte kann die Kommission nun eine Stellungnahme aus Österreich einfordern, und sogar ein Vertragsverletzungsverfahren gegen das Land Oberösterreich könnte eingeleitet werden.

Arbeitsplätze statt Natur
Die Stadt Wels hält unterdessen an ihren Plänen fest. "Wir kämpfen nicht gegen die Natur, sondern für wichtige Arbeitsplätze. Firmen haben bereits Interesse für den Standort angekündigt. Wir werden beim Termin mit dem Landeshauptmann alternative Flächen für den Naturschutz vorschlagen", sagt ÖVP-Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner. Das Treffen aller Welser Parteien mit LH Josef Pühringer, Vize Josef Ackerl und den Landesräten für Naturschutz, Umweltschutz und Wirtschaft gibt es am Montag.

Kronen Zeitung

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Mittwoch, 19. Mai 2021
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