Nach Hofer Rücktritt

FPÖ-Granden in Oberösterreich auf Tauchstation

Oberösterreich
03.06.2021 07:00

Die Debatte um den neuen Bundesparteiobmann wirbelt Wahlvorbereitungen der oberösterreichischen Blauen durcheinander. Am Tag eins nach dem Rücktritt Norbert Hofers wollten viele Freiheitliche nichts sagen.

Norbert Hofers Rücktritt als Bundespartei-Obmann der FPÖ – siehe auch die Seiten 2/3 – erwischte Oberösterreichs Blaue offensichtlich eiskalt. Gestern, Mittwoch, sagte LH-Vize Manfred Haimbuchner kurzfristig einen Pressetermin ab. Viele seiner Kollegen wollten tagsüber gar nichts sagen. Aus dem freiheitlichen Büros hieß es, die Kommunikation sei Chefsache. Weshalb auch Verkehrslandesrat Günther Steinkellner oder der Welser Bürgermeister und Landespartei-Obmannstellvertreter Andreas Rabl schwiegen. Letzterer teilte der „Krone“ mit, dass er auf Urlaub sei.

Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (Bild: Markus Wenzel)
Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl

Auch Rabl kritisierte Kickl
Wie Haimbuchner hatte auch Rabl den blauen Nationalratsklubchef Herbert Kickl für seinen radikalen Kurs und die Querschüsse gegen Hofer kritisiert. Rabl und Hofer verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft. Gemeinsam haben sie vor rund 30 Jahren im Burgenland die freiheitliche Jugendorganisation aufgebaut. Mit Kickl teilte sich hingegen der Innviertler Elmar Podgorschek etliche Jahre die Nationalratsbank. Der Ex-Landesrat und Landespartei-Obmannstellvertreter sieht die aktuelle Debatte um den Bundesparteichef gelassen: „Auch bei Haider oder Strache hat es geheißen, dass sie zu radikal seien. Dann hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. Aber entscheiden sollen das die Gremien.“

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Ich nehme jegliche Personalentscheidung zur Kenntnis. Es hieß aber schon bei Haider oder Strache, dass sie radikal seien. Alles löste sich in Wohlgefallen auf.

Elmar Podgorschek, FPOÖ-Obmannstv.

FPÖ-Landesrat Elmar Podgorschek zeigt sich kämpferisch. (Bild: ©eric krügl)
FPÖ-Landesrat Elmar Podgorschek zeigt sich kämpferisch.

Für Podgorschek war klar, dass die Konstellation Nationalratspräsident und Bundesparteiobmann in Personalunion nicht ganz durchdacht war. „Hofer ist von seinem Naturell ohnehin moderat, als Oppositionsführer musst du akzentuierter auftreten!“ Dass sich die Personaldebatte negativ auf die Wahl im Herbst auswirken könnten, bezweifelt Podgorschek. „Da sind es noch drei Monate hin.“

Ähnlich sieht es Politologe und Meinungsforscher Peter Hajek. Er mutmaßt, dass der Zeitpunkt des Rücktritts nicht ideal sei, Hofer mit diesem Schritt womöglich aber Weitblick im Hinblick auf die Landtagswahl gezeigt habe.

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