26.01.2011 14:21 |

Nur ein Scherz?

Bürgermeister im Burgenland findet Mon Chéri in Post

Über eine süße Überraschung in seinem Briefkasten hat sich Werner Huf, der Bürgermeister von Müllendorf im burgenländischen Bezirk Eisenstadt-Umgebung, vergangene Woche wohl nicht gefreut. Von der "Mon Chéri"-Praline an das Giftattentat auf den Bürgermeister von Spitz an der Donau erinnert, schaltete der SPÖ-Ortschef sofort die Polizei ein. Die Ermittlungen laufen, die Praline wurde zur Untersuchung nach Wien gebracht.

Er fühle sich "bedroht und gefährdet" und habe deshalb auch Anzeige erstattet, sagte Huf gegenüber der Wochenzeitung "BVZ". Er glaube nicht "an einen Lausbubenstreich oder einen schlechten Scherz". Möglicher Hintergrund könnte seiner Einschätzung nach eine Diskussion über Windräder in Müllendorf sein.

Praline wird in Wien überprüft
Nun habe das Landeskriminalamt Burgenland wegen des Verdachts der gefährlichen Drohung die Ermittlungen aufgenommen, teilte der stellvertretende Sicherheitsdirektor Ronald Reiter am Mittwoch mit. Aktuell werde die Praline in Wien chemisch untersucht, die Inhaltsstoffe werden überprüft. "Wie lange das dauern wird, kann man nicht sagen", so Reiter. Der Fall werde die Kriminalisten aber in jedem Fall einige Wochen beschäftigen - denn selbst wenn die Praline nicht manipuliert wurde, könne man eine gefährliche Drohung nicht ausschließen.

Weitere Ortschefs gewarnt
Auch Gemeinderat Franz Karner soll eine Mon-Chéri-Praline in seinem Briefkasten entdeckt haben, wollte dazu aber keine Stellungnahme abgeben. Die Exekutive warnte indessen die Bürgermeister von Hornstein und Steinbrunn - in diesen Gemeinden sind ebenfalls neue Windräder geplant.

Am 9. Februar 2008 hatte Hannes Hirtzberger, damaliger Ortschef von Spitz an der Donau, ein mit Strychnin versetztes Mon Chéri gegessen, das ihm jemand als Geschenk mit einer Grußkarte auf sein Auto gelegt hatte. Er brach zusammen und wurde in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Hirtzberger befand sich wochenlang im Koma, mittlerweile wird er zu Hause gepflegt. Der Giftattentäter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

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