31.05.2021 18:00 |

Volksschauspiele Telfs

Erfolgsstück Indien: „Schnitzeljagd“ durch Provinz

Schauspieler Roland Silbernagl inszeniert für die Tiroler Volksschauspiele das Stück „Indien“ nach dem legendären Bühnenstück von Alfred Dorfer und Josef Hader. Silbernagl ist bekannt für seine gefühlvollen Inszenierungen sowie das feine Herausarbeiten der Charaktere. Die „Tiroler Krone“ traf ihn zum Gespräch.

Den 1971 in Innsbruck geborenen Schauspieler Roland Silbernagl groß vorzustellen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Silbernagl ist im Laufe seiner schauspielerischen Tätigkeit einer breiten Öffentlichkeit durch unzählige plakative Rollen an Theatern, in TV-Serien und Spielfilmen bekannt geworden. Er ist auch der Erfinder und Gründer des Zillertaler Kulturfestivals „Stummer Schrei“, dem er bis heute tief verbunden ist.

Silbernagl will gute Unterhaltung bieten
Bei den Tiroler Volksschauspielen in Telfs hatte er bisher weder als Darsteller noch als Regisseur ein Engagement. Umso mehr freute es den heute in Deutschland lebenden Mimen, dass ihm Intendant Christoph Nix die Regie für das von Alfred Dorfer und Josef Hader verfasste Kabarett-Stück „Indien“ anbot. Im Gespräch mit der „Tiroler Krone“ meint Silbernagl: „Ich bin kein Mensch, der streitet. Ich bin ein Mensch, der verbindet, und durch meine Arbeit in Telfs das Publikum begeistern will. Ich will eineinhalb Stunden gute Unterhaltung mit tragischen, aber auch komödiantischen Momenten bieten.“

„Indien“ passendes Stück für Volksschauspiele
Silbernagl erkennt im Stück „Indien“ vieles, was ein Volkstheater ausmacht: „Mit dem 24-jährigen Manuel Kandler habe ich einen großartigen Darsteller für die Rolle des spießigen Kurt Fellner gefunden, der diesen in einem perfekten Innsbrucker Dialekt spielt.“ Die Handlung, in deren Mittelpunkt sich Heinz Bösel und Kurt Fellner als aus „Schnitzeljagd“ befindliche Gastronomie-Kontrolleure von einem zum anderen Gasthaus begeben, wurde von ihm nach Tirol verlegt. Das dominierende Thema Corona hat der Regisseur ganz bewusst zur Seite gelegt. „Wir haben die Schnauze gestrichen voll von Corona, deshalb wird es auch nicht thematisiert“, betont er.

Zeitlose Beziehung im Mittelpunkt
Sehr wohl thematisiert wird aber, dass es um zwei völlig unterschiedliche Charaktere geht, die sich anfangs nicht vertragen. „Mir geht es darum, dass die Beziehung dieser zwei Männer zeitlos im Mittelpunkt steht, da sich diese zur Liebe hin entwickelt. Keine Liebe im geschlechtlichen Sinne, sondern menschliche Liebe. Das ist großartig. Das Wort Indien verführt, Indien muss als Metapher einer Reise zu sich selbst gesehen werden und das Umfeld dafür sind Wirtshäuser in Tirol vom Alpbachtal bis ins Zillertal.“

Bekannte heimische Darsteller
Die Produktion, die am 15. Juli im „Kranewitter Stadl“ Premiere feiert, wartet mit weiteren bekannten Tiroler Gesichtern auf, wie zum Beispiel den bereits erwähnten Manuel Kandler und Luis Auer, einem Urgestein der Telfer Volksschauspiele. Kein Unbekannter ist auch Franz Weichenberger, der die Rolle des kleinbürgerlichen Heinz Bösel übernimmt. Er spielte bereits bei den Tiroler Volksschauspielen und war ein langjähriges Ensemblemitglied des Tiroler Landestheaters.

Hubert Berger
Hubert Berger
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