29.05.2021 09:00 |

Nach großem Streit

Stadt greift nach der Tierheim-Reißleine

Die Stadt Salzburg hat sich mit dem Tierheim zerkracht. Weil Hunde und Katzen zu langsam vermittelt werden und es dadurch kaum Platz für neue Tiere gibt, wurde zuerst die Förderung gekürzt. Weil das nichts half, soll jetzt ein neues Heim gebaut werden, schlägt Stadtchef Harald Preuner vor. Und stößt auf Widerstand.

Als Steuergeldverschwendung bezeichnet die SPÖ das Vorhaben von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP), gemeinsam mit dem Land Salzburg eine neue Bleibe für obdachlose Tiere zu schaffen. Wie berichtet, wurde mit dem Gut Aiderbichl bereits ein neuer Träger gefunden. Am Montag wird der Stadtsenat über den Vorschlag abstimmen. Die SPÖ bringt einen Gegenantrag ein. „Besser wäre, den bestehenden Standort zu erweitern“, schlägt SPÖ-Klubobfrau Andrea Brandner vor. „Ich kann keine Doppelstruktur aufbauen, nur weil ich mit dem Betreiber nicht zusammenkomme“, verweist sie auf die missglückte Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Salzburg, der das derzeitige Heim in der Karolingerstraße führt. Das sieht auch Neos-Gemeinderat Lukas Rößlhuber so: „Ich glaube, das Kommunikationsproblem zwischen Politik und Tierheim ist größer als das Platzproblem.“

Tatsächlich gab es im Februar ein Gespräch zwischen dem Verein und der zuständigen Abteilung. Das sei aber laut beiden Seiten „ergebnislos“ verlaufen.

Kostenschätzung für den Neubau fehlt noch
Auch die Bürgerliste sieht das Vorhaben skeptisch. Die Stadt solle erst den Kontrollamtsbericht abwarten und eine Kostenschätzung vorlegen, ehe über einen Neubau debattiert wird. Von den Freiheitlichen bekommt die ÖVP Rückendeckung: Es sei „verständlich, dass man sich neue Partner sucht“, so FPÖ-Klubchef Andreas Reindl. Ob es für den Neubau eine Mehrheit gibt, ist offen.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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