27.05.2021 23:01 |

Studie zu Biontech

Kein Covid-19-Fall unter 1131 geimpften Kindern

International sorgt die Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche für Kontroversen, in Europa steht die Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer auch für Kinder zwischen zwölf und 15 Jahren durch die Arzneimittelbehörde EMA unmittelbar bevor. In Österreich laufen bereits die Vorbereitungen zur Durchimpfung der Jüngeren, die ab Herbst auch an den Schulen die Möglichkeit zur Covid-19-Impfung bekommen sollen. Jetzt veröffentlichte Daten zeigen, dass das Biontech/Pfizer-Vakzin auch Kinder sicher vor einer Covid-19-Erkrankung schützt.

„Wenn ein Impfstoff von der EMA zugelassen wird, ist sichergestellt, dass es sich um einen hocheffektiven und sicheren Impfstoff handelt. Ich würde auch meine Töchter damit impfen“, hatte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Mittwoch mit Blick auf die Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche erklärt. In Österreich wird jedenfalls fix mit einer EMA-Zulassung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer für die Zwölf- bis 15-Jährigen gerechnet. Sobald die Genehmigung der EMA erteilt ist, wird die angepasste bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gültig sein.

Hierzulande erwartet die Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, jedenfalls „keinen großen wissenschaftlichen Widerstreit“, wie sie im Vorfeld der Zulassung durch die EMA wissen ließ. Anders der Weltärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery, der erklärte, dass es gegenwärtig noch zu wenig Daten gäbe, „die Aussagen über das Risiko der Corona-Impfung bei Kindern zulassen“. 

Bei 1131 geimpften Kindern kein Covid-19-Fall
Die Erkenntnisse der jetzt veröffentlichten Studie zur Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Impfstoffs bei Zwölf- bis 15-Jährigen waren allerdings bereits Grundlage für die Notfall-Zulassung des Impfstoffs in den USA in dieser Altersgruppe und liegen der EMA zur Zulassungsprüfung vor, wie die APA am Donnerstag berichtete. In der Studie trat demnach bei mehr als 1000 geimpften Kindern und Jugendlichen kein Covid-19-Fall auf. In der etwa gleich großen, ungeimpften Kontroll-Gruppe waren es 16 Fälle.

Die Forscher hatten Daten von insgesamt 2260 Kindern zwischen zwölf und 15 Jahren ausgewertet. Diese hatten im Abstand von 21 Tagen zwei Dosen des Impfstoffes (1131 Kinder) oder Placebo-Spritzen mit Kochsalzlösung (1129 Kinder) erhalten. Für jeweils sieben Tage nach den Injektionen notierten die Teilnehmer eventuelle Impfreaktionen. Unerwünschte Wirkungen wurden bis zu sechs Monate nach der zweiten Spritze erfasst.

Nach der Impfung sei es überwiegend allenfalls zu leichten Impfreaktionen wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen gekommen, schreiben die Wissenschaftler im „New England Journal of Medicine“. Die positiven Ergebnisse rechtfertigten auch Tests bei jüngeren Kindern oder anderen, besonders schützenswerten Gruppen wie schwangere Frauen, betonen sie.

Bessere Immunantwort als bei jungen Erwachsenen
Die Wirksamkeit einer zweifachen Impfung lag den Forschern zufolge bei 100 Prozent, da es in der Studien-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe keinen Covid-19-Fall gegeben habe. Abgesehen davon zeigten auch Labortests, dass die Impfung eine stabile Immunantwort erzeugte, sie war sogar besser als in der Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren.

Wie in anderen Altersgruppen seien die Impfreaktionen, wenn sie auftraten, mild bis moderat gewesen. Die Teilnehmer klagten über Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber - nach der zweiten Dosis häufiger als nach der ersten. Die Beschwerden verschwanden meist innerhalb von wenigen Tagen. Schwerere unerwünschte Wirkungen wie Thrombosen oder ein anaphylaktischer Schock traten nicht auf.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die Notfallzulassung für den Impfstoff Comirnaty des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer am 10. Mai auf Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren ausgeweitet. Bei der europäischen Zulassungsbehörde liegt seit Ende April ein entsprechender Antrag vor.

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