In "Kitz" abgeräumt

Kostelic bessert sein Punkte- und Bankkonto auf

Sport
24.01.2011 11:59
Ivica Kostelic hat in den Hahnenkamm-Rennen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er aktuell der weltbeste Skiläufer ist. Im Spezialslalom musste sich der Kroate am Sonntag als Zweiter auf dem Kitzbüheler Ganslernhang zwar um 0,28 Sekunden dem Franzosen Jean-Baptiste Grange geschlagen geben, doch holte er sich die klassische Kombination. Damit hat Kostelic in den jüngsten elf Rennen seit 2. Jänner sechs Siege gefeiert.

Kostelic, auch Sieger im Super-G (Freitag) und Elfter der Abfahrt (Samstag), gewann damit nicht nur 125.100 Euro Preisgeld, sondern machte auch 304 Punkte und setzte sich im Gesamtweltcup deutlich ab. Die große Kugel wird dem 31-Jährigen kaum noch zu nehmen sein. "Das war heute sehr schwer für einen Kombinierer. Ich habe attackiert und versucht, möglichst nur an den Slalom zu denken", erklärte Kostelic, der auch in den Disziplinwertungen Slalom und Kombination im Weltcup voran liegt.

Zurbriggen hat schon 401 Punkte Rückstand
Der erste Verfolger in der Gesamtwertung, der Schweizer Silvan Zurbriggen, hat bereits 401 Zähler Rückstand. Der hinter Kostelic und Zurbriggen Kombi-Dritte Baumann ist als bester Österreicher Gesamtfünfter. Zu seinem Auftritt am Sonntag meinte der Tiroler: "Das war das, was ich wollte. Platz drei in einem Heimrennen ist ein Traum." Auf Kostelic hatte er bereits 6,67 Sekunden Rückstand. Nur 14 Läufer kamen in die Wertung der wohl letzten klassischen Hahnenkamm-Kombination, 2012 soll am Freitag statt des Super-G eine Super-Kombination ausgetragen werden.

Im Slalom landeten hinter Grange, Kostelic und dem Italiener Giuliano Razzoli (0,69) die Österreicher Marcel Hirscher (0,90) und Reinfried Herbst (1,01). Der 21-jährige Hirscher verpasste damit erneut das angestrebte Ziel eines Podestplatzes in einem Heim-Rennen und war auch ein bisschen verärgert. "Der zweite Durchgang war sicherlich ganz gut, ich habe alles riskiert. Im ersten habe ich zu viel verloren. Aber Gott sei Dank habe ich am Dienstag in Schladming die nächste Chance - und ich werde noch 15 haben."

Österreichs Slalom-Team fuhr für Grugger
Die Halbzeitführungen 2009 (im zweiten Lauf ausgeschieden) und 2010 (26.) hatten Herbst kein Glück gebracht, heuer nahm er das Finale vom dritten Zwischenrang aus in Angriff und hoffte, dass dies ein gutes Vorzeichen sei. Platz fünf war dann nicht ganz das Erwartete, aber "keine schlechte Leistung", meinte der Salzburger und fügte an: "Hans, wir sind für dich gefahren." Auch in der Slalommannschaft hatte der Unfall des Speed-Kollegen Hans Grugger im Abfahrtstraining tiefe Betroffenheit ausgelöst.

Mario Matt setzte den positiven Trend fort und ließ den Rängen vier in Adelboden und fünf in Wengen Rang acht folgen. Der Flirscher (Startnummer 21) kämpfte in ersten Lauf mit den schon früh herausgekommenen Spuren in der Piste, im Finale erwischte er mit Ausnahme eines Fehlers ("So weit springt man normalerweise im Slalom nicht") einen "Superlauf". Weltmeister Manfred Pranger (10.) fuhr mit neuem Schuh zum neuen Ski. "Ich habe im ersten Durchgang ein bisserl länger gebraucht zum Reinkommen. Ich wusste nicht, wie es funktioniert. Im zweiten habe ich mehr Risiko genommen, ich war zufrieden, wäre aber lieber weiter vorne", erklärte der Tiroler.

Neureuther, Miller und Svindal als große Verlierer
Zu den großen Verlierern zählten der deutsche Vorjahressieger Felix Neureuther, der nach einem schweren Fehler im ersten Durchgang als 71. den zweiten Lauf der Top 30 klar verpasste, und der Norweger Aksel Lund Svindal, der in Lauf eins ausschied und damit im Gesamtweltcup wohl vorentscheidend Boden auf Kostelic verlor, sowie Bode Miller. Der Abfahrtszweite aus den USA hatte vor allem um Kombinationspunkte gekämpft, das Antreten im Slalom, in dem er wieder einmal ausfiel, aber davon abhängig gemacht, wie "die Nacht verlaufen werde".

Sehr professionell war sicher die Vorbereitung von Raich, der nach seinem Ausfall jedoch praktisch auch aus dem Rennen um den Gesamtweltcup ist. "Den Fokus auf Schladming zu finden, ist schwierig, so unmittelbar nach dem Ausfall, aber das wird sicher passieren und es wird sicher Spaß machen", machte sich der Pitztaler Hoffnung für das nächste Heimrennen. Auch Christoph Dreier, Patrick Bechter (jeweils Lauf eins) und Wolfgang Hörl (Lauf zwei) fielen aus, Rainer Schönfelder hatte als 42. das Finale verpasst.

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