23.05.2021 18:04 |

13 Tote in Italien

Seilbahn-Drama: Bangen um das Leben zweier Kinder

Tödliche Fahrt ins Alpen-Panorama: Beim Absturz einer Gondel am norditalienischen Lago Maggiore haben 13 Menschen am Sonntag ihr Leben verloren. Zwei Kinder im Alter von fünf und neun Jahren wurden der Bergwacht zufolge mit Rettungshubschraubern in eine Klinik in Turin im Piemont geflogen. Ihr Zustand sei kritisch, hieß es am Nachmittag. 

Die Verletzungen der beiden Kinder seien schwer, berichtete die italienische Zeitung „La Repubblica“. Die Kinder haben Verletzungen an Kopf und Brust sowie Beinbrüche erlitten. Ein Kind kam ohne Bewustsein ins Spital, die Ärzte konnten es in der Notaufnahme mittels Herzmassage wiederbeleben. Es wurde gescannt und intubiert.

Absturzursache noch unklar
Die Absturzursache der Gondel ist noch unklar. Die Gondel war auf dem Weg zwischen dem kleinen Ort Stresa am Westufer des beliebten Sees und dem Monte Montarrone, dessen Gipfelkreuz auf 1491 Metern liegt, unterwegs. Bilder der Feuerwehr und der Polizei zeigten die völlig zerbeulte Kabine an einem steilen Hang in einem Waldstück. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hieß es von den Rettern. Agenturberichten zufolge lag die Absturzstelle unweit der Bergstation.

Draghi: „Große Trauer“
„Mit großer Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa-Mottarone-Seilbahn erfahren“, teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er drücke den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Aufklärung des Unglücks wird gefordert
Auch Außenminister Luigi Di Maio und andere aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, machte sich Medienberichten zufolge umgehend auf den Weg in das Gebiet. Im Sender Rainews 24 forderte er die Aufklärung des Unglücks. Italien sei ein Land der Sicherheit. Infrastrukturminister Enrico Giovannini wollte am Montag in die Gegend reisen.

Kurz: „Meien Gedanken sind bei Italien“
Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz drückte Italien seine Nähe aus. „Meine Gedanken sind nach dem tragischen Seilbahnunglück am Lago Maggiore bei Italien. Ich spreche den Familien und Freunden der Opfer mein aufrichtiges Beileid aus und wünsche den Verletzten eine baldige Genesung“, so Kurz per Twitter.

Gentiloni: „Tragödie versetzt einen in Trauer“
Aus Brüssel twitterte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni, die Tragödie versetze einen in Trauer - an einem Sonntag, der eigentlich für die Hoffnung stehen sollte. EU-Ratspräsident Charles Michel und der EU-Parlamentspräsident David Sassoli drückten ebenfalls ihre Anteilnahme aus.

„In 20 Minuten vom See zum Berg“
Der Monte Mottarone gehört zu den beliebten Ausflugszielen am Lago Maggiore. „In zwanzig Minuten vom See zum Berg“, damit wirbt die Seilbahn Funivia Stresa-Alpino-Mottarone auf ihrer Webseite. Das Panorama auf dem Gipfel soll zu einem der schönsten gehören. Im Winter kommen Ski-Sportler in die Gegend. Im Sommer sind viele Wanderer dort unterwegs. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde die Bahn zuletzt zwischen 2014 und 2016 von einer Südtiroler Firma überholt.

Seit Samstag dürfen Seilbahnen wieder aufsperren
Die gesamte Gegend um den Lago Maggiore ist bei Urlaubern beliebt. Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder nach Monaten der Schließung wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb aufnehmen. Das hatte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi kürzlich beschlossen. Italien will schrittweise die Corona-Beschränkungen lockern. Die Touristen-Saison soll ab Juni beginnen können. Zuletzt wurde auch die nächtliche Ausgangssperre verkürzt und die Außengastronomie geöffnet.

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