23.05.2021 11:31 |

„Nie wehtun wollen“

Diana-Interviewer weist Verantwortung zurück

Nach den Enthüllungen über sein berühmtes Interview mit Prinzessin Diana hat der frühere BBC-Journalist Martin Bashir Mitgefühl mit deren Söhnen Prinz William und Harry geäußert. Für die beiden tue es ihm „zutiefst leid“, sagte er der „Sunday Times“. Zugleich verteidigte er sich: Er habe Diana „niemals in irgendeiner Weise wehtun wollen“ und glaube auch nicht, dass er das getan habe.

„Meine Familie und ich haben sie geliebt“, sagte Bashir. Nach dem Interview seien sie in Freundschaft verbunden gewesen. Diana habe seine Frau und sein neugeborenes drittes Kind sogar im Krankenhaus besucht und im Kensington-Palast eine Geburtstagsparty für sein ältestes Kind organisiert.

Bashir „mitverantwortlich“ für Dianas späteren Tod
Der Journalist betonte, das 1995 gehaltene Interview sei vom Sendezeitpunkt bis zum Inhalt zu von Diana festgelegten Bedingungen geführt worden. Vorwürfe von William und Harry, durch das Interview sei er mitverantwortlich für Dianas späteren Tod, wies Bashir zurück. Dies sei „unvernünftig und unfair“ sagte er der Zeitung.

Interview mit unlauteren Mitteln erschlichen
Eine am Donnerstag veröffentlichte unabhängige Untersuchung hatte ergeben, dass Bashir das Interview mit unlauteren Mitteln erschlichen hatte. Der Journalist zeigte damals Dianas Bruder Charles Spencer gefälschte Kontoauszüge, die scheinbar belegten, dass Mitarbeiter am Hofe dafür bezahlt wurden, Lady Di auszuspionieren. Daraufhin machte Spencer seine Schwester mit Bashir bekannt.

Prinz William hatte nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts gesagt, das Interview habe maßgeblich zum Ende der Ehe zwischen seinen Eltern sowie zur „Furcht, Paranoia und Isolation“ beigetragen, in der seine Mutter ihre letzten Lebensjahre verbracht habe. 

„Wir waren zu dritt in dieser Ehe“
In dem denkwürdigen Fernsehinterview im November 1995 hatte Diana die Affäre ihres Mannes Charles mit seiner heutigen Frau Camilla für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich gemacht: „Wir waren zu dritt in dieser Ehe“, erklärte die Prinzessin einem schockierten Fernsehpublikum. Zudem gestand sie, selbst untreu gewesen zu sein. Die Ausstrahlung wurde damals von einer Rekordzahl von 22,8 Millionen Zuschauern verfolgt.

Martin Grob
Martin Grob
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 13. Juni 2021
Wetter Symbol