23.05.2021 13:00 |

Interview: LR Mattle

„Habe den Zug, die Dinge zu finalisieren“

Anton Mattle (VP) ist neuer Landesrat - unter anderem für Wirtschaft, die Generationen und auch Digitalisierung. Im Tiroler Landtag war er bisher als Vizepräsident im Einsatz.

„Krone“:Herr LR Mattle, Ihre VP-Karriere dauert schon recht lang an. Sind Sie nun am Ziel?
LR Anton Mattle:
Also für mich war die Frage, ob ich Mitglied der Tiroler Landesregierung werden möchte, eine große Überraschung. Jetzt stelle ich schon fest, dass der Schritt von der Legislative zur Exekutive, also in die Landesregierung, durchaus ein ganz großer Schritt ist. Denn hier geht es konkret darum, Dinge umzusetzen, und das ist eine wirklich spannende Herausforderung.

Worin unterscheiden Sie sich von Ihrer Vorgängerin Patrizia Zoller-Frischauf?
Wir beide sind uns durchaus ähnlich, wir sind beide Pragmatiker und haben einen Zug, um Dinge zu finalisieren. Sie ist eher städtisch geprägt, ich bin eher ländlich geprägt - das ist vielleicht ein Unterschied.

Die Tiroler Wirtschaft hängt maßgeblich vom Tourismus ab. Dieser soll nun „sanfter“ werden - können in dieser Branche alle Arbeitsplätze gerettet werden?
Frau Isser, im Speziellen bin ja nicht ich für den Tourismus verantwortlich, sondern das ist das Ressort des Landeshauptmannes Günther Platter. Wobei ich davon überzeugt bin, dass die Wirtschaft selbst wie ein Getriebe ist: Ein Rad muss in das andere greifen. Ich denke, dass die Coronakrise das Verhalten der Menschen ein Stück verändert hat, es wird sicher mehr auf Regionalität geachtet, von dem her werden sich die Dinge auch ein Stück weit selbst gestalten. Ansonsten bin ich insofern in puncto Wirtschaft sehr optimistisch eingestellt.

Wie wollen Sie künftig den Klimaschutz in die Wirtschaft integrieren?
Meine Vorgängerin hat mit Ingrid Felipe und Josef Geisler an einem Nachhaltigkeitspapier gearbeitet - mit diesem werde ich mich auseinandersetzen.

Ist es sinnvoller, finanzielle Anreize zu setzen oder Förderungen an Klimaziele noch strenger zu koppeln? Zuckerbrot oder Peitsche?
Also meine Lebenserfahrung sagt mir, dass die Menschen viel stärker mit dem Zuckerbrot oder den Bonbons, wie wir sagen, umgehen können. Und weniger mit der Peitsche.

Themenwechsel. Vereinsamung unter den Senioren wird zunehmend zum Problem.
Es gibt Senioren in Seniorenheimen, wo Corona zur Vereinsamung beigetragen hat. Aber es gibt auch Senioren, die Zuhause wohnen, wo ein regelmäßiger Kontakt zu Angehörigen möglich war. Diese glückliche Situation hat aber nicht jeder. Da muss man Wege finden, die Kontaktpflege zu intensivieren. Das kann auch über Mobile Dienste oder professionelle Dienstleistung erfolgen. Aber ich setze da auch ganz klar auf die Familie, weil da Großartiges geleistet wird.

Apropos Familie: Für viele Arbeitende ist es schwierig, Kinder und Haushalt unter einen Hut zu bekommen.
Da bin ich durchaus progressiv und ich weiß auch um die Sorgen der Familien und um die Notwendigkeit der Unterstützung. Auch ganztags, da sind die Randzeiten vielleicht noch nicht ganz abgedeckt. Die Ganzjährigkeit ist da und dort noch nicht gegeben. Wir in Galtür haben eine Ferienbetreuung angeboten, weil wir die Notwendigkeit sahen. Was bei uns in der Gemeinde funktioniert, wird auch in anderen Orten Tirols möglich sein.

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