07.05.2021 09:00 |

Politik Inoffiziell

Kandidaten-Reihung sorgt für Wirbel in der Stadt

Ein anonym zugespieltes Rechtsgutachten eines Wiener Professors brachte am Donnerstag ordentlich Wirbel in das Auswahlverfahren des neuen Magistratsdirektors. Externe Bewerber werfen rechtliche Fragen auf. Die gilt es erst zu klären, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Mit der Reihung des Personalbüros sind zudem nicht alle zufrieden.

Darf jemand, der vorher nicht beim Magistrat gearbeitet hat, Magistratsdirektor werden? Diese Frage beschäftigt derzeit die Stadt Salzburg. Sie tauchte im Rahmen eines anonym zugespielten Gutachtens auf. Just einen Tag vor dem Hearing für die Position des Magistratsdirektors, dem sich am Donnerstag sechs Kandidaten stellten. Neben den bekannten „Magistratlern“ sind auch noch zwei Externe im Rennen. Ob sie – ohne Dienstprüfung und ohne Magistratserfahrung – überhaupt am Beamten-Chefsessel Platz nehmen dürften, das sollen jetzt Juristen der Uni Innsbruck klären. Das Personalamt hat bereits ein unabhängiges Gutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis wird in 14 Tagen erwartet. Bis dahin stoppt Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) das weitere Auswahlverfahren. „Man könnte eine externe Person auch zuerst drei Tage beim Magistrat anstellen und sie dann zum Magistratsdirektor machen. Das wäre aber eine Lösung durch die Hintertür“, erklärt der Stadtchef. Es könnte womöglich auch reichen, dass die Bewerber bereits Beamte sind.

Zusätzlich zu dem Gutachten geisterten auch anonyme Briefe besorgter Mitarbeiter durch das Schloss Mirabell. Dabei kritisierten sie die Verstrickung eines externen Kandidaten in den Swap-Skandal. Christian Prucher, derzeit Leiter der Landesbeteiligungen, hat nämlich als damaliger Greco-Geschäftsführer mehrere Versicherungen für die Stadt abgewickelt. Prucher sagte daraufhin als Zeuge aus, das Verfahren wurde aber eingestellt. Für Preuner ist das heute keine Thema mehr. Auch nicht für den Personalberater der Agentur Iro&Partners, der Prucher als den am besten geeigneten Kandidaten empfiehlt. Auf Platz zwei nennt er den Kontrollamtschef Max Tischler, Platz drei teilen sich die Abteilungsleiter Michael Haybäck und Patrick Pfeifenberger.

Stadtchef Preuner hält sich zur Auswahl bedeckt. Die Reihung kann allerdings nicht jeder nachvollziehen. „Ein Name im Vorschlag des Personalberaters hat mich doch massiv überrascht. Für mich war die Person im Hearing eine der schlechtesten“, sagt etwa Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ). Ähnlich sieht das auch Stadträtin Martina Berthold (Bürgerliste). Dass die Reihung vom Bürgermeister per Aussendung öffentlich gemacht wurde, hält sie zudem für „absolut unzulässig“.  Letztlich trifft die Politik die Entscheidung. Der neue Magi wird schließlich per Senat am 31. Mai und Gemeinderat am 7. Juli bestellt.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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