29.04.2021 08:35 |

Tod bei Überfahrt

Leichen von 24 Migranten nach Teneriffa gebracht

Ein spanisches Rettungsschiff hat ein vor der Küste der Kanaren entdecktes Boot mit den Leichen von 24 Migranten aus Afrika auf die Insel Teneriffa gebracht. Wie die Behörden mitteilten, fuhr das Rettungsschiff mit dem Holzboot im Schlepptau am Mittwoch in den Hafen von Los Cristianos ein.

Die Behörden waren zunächst von 17 Toten an Bord des Flüchtlingsboots ausgegangen. Nach der Ankunft im Hafen entdeckten Helfer jedoch 24 Leichen, darunter auch zwei Minderjährige. „Feuerwehrleute holen die Leichen aus dem Boot und werden sie dann in ein Beerdigungsinstitut bringen“, sagte Domingo Martin vom spanischen Roten Kreuz am Hafen von Los Cristianos.

Das Boot war am Montag bei einem Patrouillenflug der spanischen Luftwaffe rund 500 Kilometer südöstlich der Insel El Hierro entdeckt worden. Drei Überlebende, die auf dem Boot gesichtet wurden, wurden mit einem Militärhubschrauber in ein Krankenhaus nach Teneriffa geflogen. Einer der Überlebenden war nach Angaben der Rettungsdienste in kritischem Zustand, er litt demnach unter schwerer Dehydrierung.

Immer mehr Flüchtlinge wagen gefährliche Überfahrt
Auf den Kanarischen Inseln ist die Zahl der eintreffenden Flüchtlinge stark gestiegen, seit die Kontrollen an der europäischen Südgrenze verschärft wurden. Die Überquerung des Atlantiks an der kürzesten Stelle zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln beträgt rund 100 Kilometer. Allerdings ist die Überfahrt hier extrem gefährlich, weil es starke Strömungen gibt.

Im vergangenen Jahr erreichten nach Angaben des Innenministeriums 23.023 Migranten die Kanaren - achtmal so viele wie im Jahr 2019. 1851 Menschen starben laut der Organisation Camiando Fronteras im vergangenen Jahr während der gefährlichen Überfahrt.

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