01.05.2021 00:00 |

Tirol Landesinnung

Landesinnung fordert digitale Baueinreichung

Um Projektverzögerungen zu vermeiden und damit die Tiroler Wirtschaft zu stärken, möchte die Tiroler Landesinnung die digitale Baueinreichung vorantreiben.

Eine von der Landesinnung Bau initiierte Umfrage zeigt die Dringlichkeit eines Wandels in der Abwicklung von Bauverfahren. Der Großteil der knapp 200 Befragten empfindet die bisherigen Durchführungen als langwierig, bürokratisch und projektverzögernd. Um in diesem Bereich eine Verbesserung zu erzielen, müssen die Potentiale der Digitalisierung genutzt werden. Laut dem Landesinnungsmeister Anton Rieder gehe es keinesfalls darum, auf Vorschriften zu verzichten, sondern verlässliche, valide, transparente und digitale Bauverfahren zu ermöglichen. „Allen Schwierigkeiten zum Trotz hat sich die Baubranche einmal mehr als Konjunkturstütze bewährt und sich weitgehend als krisenresistent erwiesen“, erklärt Rieder und führt weiter aus: „Es hängt viel am Bau - nicht nur die Baufirmen, sondern auch zahlreiche vor- und nachgelagerte Branchen leisten bei guter Auftragslage einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass geplante Projekte nicht aufgrund bürokratischer Hindernisse verzögert werden.“

Wien als Vorreiter
Die Hauptstadt Wien nimmt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein: Seit kurzem wird dort das gesamte Verfahren - von der Einreichung bis zur Fertigstellung - digital abgewickelt. Dies spart allen Beteiligten Zeit, Papier und Geld. Zudem wird die Transparenz der Bauverfahren erhöht.Mittelfristig werden digitale Prozesse laut Rieder zum Standard gehören. Die erforderlichen Produkte dafür gibt es, allerdings halten viele Tiroler Gemeinden noch immer an der analogen Abwicklung fest. Für die Sichererstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Tirol leistet die Landesinnung Bau in diesem Bereich Überzeugungsarbeit und setzt sich für eine rasche Implementierung digitaler Verfahren ein.

Geplantes Pilotprojekt in Tirol
In der Rolle der Baubehörde konnte die Stadt Wien die Digitalisierung einheitlich umsetzen. Laut Landesinnungsmeister Anton Rieder ist dieser Prozess in Tirol wesentlich schwieriger: „Bis dato muss die Digitalisierung von Baueinreichungen mit 279 Gemeinden koordiniert werden. Wir brauchen ein gemeinsames System und Gesetze, die sowohl die analoge als auch die elektronische Einreichung ermöglichen.“ Um dieses Vorhaben voranzutreiben, möchte die Landesinnung Bau in Kooperation mit der Universität Innsbruck und drei bis fünf Gemeinden ein wegweisendes Pilotprojekt starten. „Wir werden das Konzept mit dem Land besprechen und im Anschluss erste Schritte einleiten. Im Wesentlichen möchten wir Ergebnisse generieren, auf Basis dessen Gesetze entsprechend angepasst und digitale Baueinreichungen bis 2023 möglich gemacht werden“, so Landesinnungsmeister Anton Rieder.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 05 90 90 5 1277 oder per Mail unter baugewerbe@wktirol.at.

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