Feuer in Innsbruck

Wacker-Coach nach Brand: „Es war gut gemeint“

Wacker Innsbruck steht vor „fünf Finalspielen“ in der 2. Fußball-Liga von den aufstiegswilligen Klub am besten da. Die Tiroler boten am Freitag im Schlager der 25. Runde gegen Austria Klagenfurt eine reife Leistung und änderten dank einem 2:0-Heimsieg die Vorzeichen im Hinblick auf das Saisonfinish. Es stand aber nicht nur der Sport im Vordergrund. Fans hatten mit ins Stadion geschossenen Feuerwerkskörpern für einen kleinen Brand unterhalb des Stadiondaches gesorgt. „Die Fans wollten ein bisschen Feuer unters Dach bringen. Es war gut gemeint, sie wollten uns unterstützen, leider ist einer hängengeblieben“, sparte Wacker-Trainer Daniel Bierofka mit Kritik.

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Eine Zeit lang war die Partie unterbrochen, die Feuerwehr hatte den Brand schnell im Griff. „Vogelnester haben durch den Bengalo zu brennen begonnen“, teilte Innsbruck mit.

Klagenfurts Sport-Vorstand Matthias Imhof fand nach dem Spiel deutliche Worte: „Dass Sachen auf das Spielfeld fliegen, das geht nicht.“

Zum Sportlichen: Wacker steht zum erst fünften Mal in dieser Saison in der Tabelle besser da als die Kärntner, denen plötzlich ein Zähler auf den Rivalen fehlt. Nur nach den Runden 1 und 2 sowie 15 und 16 waren die Tiroler bisher vor Klagenfurt gelegen. Der vierte Sieg der Tiroler in Folge könnte nun der entscheidende gewesen sein. „Der Sieg ist total wichtig für uns und unser Selbstvertrauen“, betonte Torschütze Fabio Viteritti im ORF-Interview. Neben ihm trug sich auch Lukas Fridrikas (28.) in die Schützenliste ein. Genauso wichtig war auch Tormann Marco Knaller, der mit einigen Paraden aufzeigen konnte. „Dafür bin ich ja da“, sagte der Ex-Deutschland-Legionär nach einem „klar verdienten“ Sieg.

Bierofka: „Haben noch richtig schwere Spiele“
Die Formkurve der Tiroler zeigt nach oben. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, sie ist mit einem unheimlichen Selbstverständnis aufgetreten, hat die Tore toll herausgespielt. Das war eine Topleistung“, resümierte Daniel Bierofka. Die Entwicklung seines Teams könne sich sehen lassen. „Wir sind jetzt vor Klagenfurt, dürfen aber nicht lockerlassen und müssen durchbeißen“, so Bierofka. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. „Wir haben noch richtig schwere Spiele und ich glaube nicht, dass Klagenfurt noch viele Punkte liegen lassen wird“, vermutete der 42-Jährige.

Die Tiroler treffen noch auf Rapid II (auswärts), den GAK (heim), Lafnitz (a), Vorwärts Steyr (a) und die Juniors OÖ (h). „Es ist noch nichts entschieden. Auf uns warten fünf Finalspiele, das ist was Geiles“, verlautete Knaller. Die Klagenfurter spielen noch gegen Lustenau (a), die Juniors OÖ (h), Liefering (a), Horn (h) und Rapid II (a). „Dieses Spiel wird nicht entscheidend sein. Es warten noch fünf schwere Spiele auf beide Mannschaften, wo man hellwach sein muss“, sagte Klagenfurt-Coach Peter Pacult. Die Niederlage wurmte ihn ordentlich: „Wir haben einiges liegen gelassen, was nicht notwendig war.“ Dabei nannte er konkret die mangelnde Chancenverwertung.

Kein Druck von Investoren auf beiden Seiten
Dadurch ist im Duell zweier deutscher Investoren der Hamburger Matthias Siems aktuell in der besseren Position. Der Chairman der Taru-Group hat sich vergangene Woche erstmals gegenüber diversen Medien in die Karten blicken lassen. Wacker solle mittelfristig ein solider Bundesliga-Club sein, der nicht in Gefahr sei, wieder abzusteigen und vielleicht auch mal höher spiele. „Das ist das Ziel. In den nächsten vier bis sechs Jahren“, so Siems. Dieses Jahr ist der Aufstieg aus dessen Sicht keine Pflicht. „Wenn es so ist: dann toll. Ich bin mit der Arbeit zufrieden und sicher keiner, der die Pistole auf die Brust setzt.“

Bei Klagenfurt scheint das ähnlich zu sein. Mit Tomislav Karajica ist dort ebenfalls ein Hamburger Unternehmer tätig. „Natürlich wäre es für unseren Gesellschafters schön, wenn wir heuer aufsteigen, aber dass es einen Druck gibt, das ist nicht der Fall“, sagte Klagenfurts Sport-Vorstand Matthias Imhof. Nach dem hauchdünn verpassten Aufstieg 2020 wäre ein neuerliches Verpassen 2021 für sein Team besonders bitter.

Aller Voraussicht nach muss ein Aufstieg über die Relegation gegen den Bundesliga-Letzten gelingen. Um die zu verhindern müsste ein Top-Zwei-Platz her. Die formstarken Teams Blau Weiß Linz (55 Punkte) und FC Liefering (50/ein Spiel weniger) scheinen aber für die auch noch hinter Lafnitz (47/ein Spiel weniger) liegenden Tiroler (45) und Kärntner (44) kaum mehr einholbar. „Da muss schon sehr viel passieren“, weiß auch Imhof.

2. Liga - 25. Runde:

Freitag (hier der Überblick)
Young Violets Austria Wien - SKU Amstetten 1:1 (0:1)
SV Horn - Blau Weiß Linz 1:2 (0:1)
FAC Wien - Austria Lustenau 1:0 (0:0)
GAK - Rapid Wien II 1:1 (0:1)
Kapfenberger SV - FC Liefering 0:3 (0:1)
Wacker Innsbruck - Austria Klagenfurt 2:0 (2:0)

Samstag
FC Dornbirn - FC Juniors OÖ 14.30 Uhr

Sonntag
Vorwärts Steyr - SV Lafnitz 10.30 Uhr

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