15.04.2021 08:30 |

Polizei warnt erneut

Telefonmafia hat immer wieder neue Tricks

Erst vorige Woche ist am Landesgericht Klagenfurt ein Mitglied der berüchtigten Telefonmafia verurteilt worden. Doch auch Haftstrafen schrecken diese Profibanden nicht ab: Schon wieder gibt es in Kärnten Betrugsanrufe. Erneut warnt die Polizei vor falschen Polizisten - diesmal sind sogar „Geheimagenten“ im Spiel.

„Kaum fliegt ein Trick auf, greifen die Banden eben auf andere Maschen zurück“, so Chefinspektor Rainer Tripolt, Leiter der Kriminalprävention in Kärnten. So sind Neffen- und Unfallcoup seit Jahren bekannt: Die Gauner rufen meist ältere Menschen an und gaukeln ihnen einen Unfall eines nahen Verwandten vor, der dringend Geld für eine Kaution benötige. „Die Kriminellen schicken sogar Abholer zu den Opfern, die mit ihnen zur Bank gehen. Da konnten wir ansetzen und Bankmitarbeiter besonders sensibilisieren“, so Tripolt. Immer wieder schlagen Banker Alarm, wenn nervöse ältere Kunden hohe Summen abheben wollen.

Derzeit geben sich die Betrüger wieder als Polizisten aus. „Noch perfider - sie behaupten, Mitglieder einer Spezialeinheit zu sein, von der nicht einmal die normale Polizeidirektion wüsste. Ihre Aufgabe sei es, ausgewählte begüterte Menschen vor Einbrechern zu schützen.“ Indem die Täter Geld und Gold in Verwahrung nehmen - und natürlich mit der Beute auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Schmäh mit Souvenir

Ein anderer Schmäh, mit dem in Deutschland bereits Millionen Euro ergaunert werden konnten, sind Anrufe aus der Türkei: Man hätte bei einem längst vergangenen Urlaub ein Souvenir nicht verzollt - um dieses „Missverständnis“ aufzuklären, müsste man dringend beim Finanzamt in Istanbul anrufen. Tripolt: „Entweder werden dann Zollstrafen verlangt oder es geht darum, Vertrauen zu gewinnen und den Opfern neue Waren aufzuschwatzen - Teppiche und Schmuck.“

Die Telefonbetrüger operieren oft von der Türkei aus. Im Vorjahr wurde in Izmir ein riesiges Callcenter gesprengt, von dem aus alle möglichen Coups durchgezogen worden waren. Doch solche Rückschläge sorgen nicht lange für Ruhe. Auch die Verhaftung und Verurteilung eines Polen in Klagenfurt, der als falscher Polizist Unfallkautionen kassiert hat, sorgte nicht für Ruhe. Tripolts Rat: „Bei verdächtigen Anrufen immer die Polizei kontaktieren. Wir können ja nur agieren, wenn wir von den Vorfällen wissen!“

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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