Beratung ausgelastet

Depressionen und Ängste bei Studenten nehmen zu

Salzburg
15.04.2021 13:00
Bibiane Freunberger-Rendl hat keine ruhige Minute mehr. Die Leiterin der psychologischen Studierendenberatung erlebt tagtäglich mit, wie stark Studenten mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen haben. Die Anfragen sind seit Ausbruch der Pandemie um ein Viertel angestiegen. Die Kapazitäten sind erschöpft.

Rund 17.000 Studierende zählt die Mozartstadt. Viele davon sahen die Uni noch nie von innen. Das Studentenleben, wie es vor Corona war, kennen sie nicht.

Laut einer aktuellen Studie der Donau-Uni Krems begleiten Ängste, depressive Verstimmungen und Schlafstörungen fast 50 Prozent der 18- bis 24-Jährigen. Im ersten Lockdown waren es noch 30 Prozent. Das deckt sich mit den Beobachtungen von Freunberger-Rendl: „Studierende haben besonders zu kämpfen, weil sie oftmals isoliert sind, Freundschaften auseinandergehen, sie ihre Jobs verloren haben und Zukunftsängste hegen.“ Viele waren wegen Geldnot dazu gezwungen, ins Elternhaus zurückzukehren. Es sei aber ein wichtiger Entwicklungsprozess für junge Menschen, sich von den Eltern abzugrenzen, auf Reisen zu gehen, ihre Freiheit zu genießen und durch Studi-Jobs selbst ihr Geld zu verdienen, informiert die Leiterin.

Die psychologische Beratungsstelle kämpft seit Jahren mit Budgetkürzungen. Nun wurden für Salzburg zwei weitere Stellen zugesagt. Sie werden über die Wirtschaftsuniversität Wien finanziert. Jedoch müssen Klienten, die eine Langzeittherapie benötigen, weiterhin an andere Psychologen überwiesen werden. Für längerfristige Therapien fehlen die Mittel.

Sophia Gruber

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